Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber mit geglücktem Börsengang

Kabel Deutschland

Am zurückliegenden Montag, den 22.03.2010, hat seit fast drei Jahren Stillstand an der deutschen Börse mit Kabel Deutschland wieder ein deutsches Unternehmen einen Börsengang gewagt. 34,5 Millionen Aktien zu je 22,00 Euro wurden ausgegeben; 22,50 Euro betrug die Notierung zu Beginn des Handels an der Frankfurter Börse, ein Wert, um den der Kurs im Verlauf des Tages ständig leicht schwankte.

Der Vorstandschef für Kabel Deutschland äußerte sich sehr zufrieden über den Start der Aktie und sprach von einer soliden und breiten Aktionärsbasis, die gewonnen werden konnte.

Diese Aussage ist zumindest dahingehend zu relativieren, dass sich Privatanleger sehr zurückhielten und die Kleinanleger nahezu gänzlich ausblieben. Etwa drei Dutzend Großinvestoren vor allem aus den USA und Großbritannien machten den Hauptanteil der Käufer aus.

Die negativen Erfahrungen aus dem “Neuen Markt” sowie die Folgen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise wirken noch nach – nun hofft man, dass Kabel Deutschland die Rolle eines Wegbereiters für weitere börsenwillige Unternehmen ausfüllen kann.

Wie bereits vor dem Börsengang angekündigt, werden die zu erwartenden Erlöse aus dem Börsengang in Höhe von etwa 760 Millionen Euro komplett an die Eigentümer, wie die US-Beteiligungsfirma Providence fließen, so dass aus diesen Einnahmen finanzierte Investitionen nicht zu erwarten sind.

Etwas pikant erscheint bei allem, dass nun an der Börse ein Kabelnetz verkauft wird, welches zum großen Teil Anfang der 80er Jahre mit Steuergeldern von der Deutschen Bundespost errichtet wurde.