Am gestrigen Mittwoch Abend ging in Mainz der achte Tag der Mobilfunkfrequenz-Versteigerung zu Ende.
Nach einem recht ruhigen Start in der ersten beiden Tagen der Versteigerung, bei dem am 13.14. einige technische und organisatorische Probleme zu einer sechsstündigen Unterbrechung geführt hatten, erreichten die abgegebenen Höchstgebote am Ende des vierten Auktionstages Höchstgebote von gerade einmal 164 Millionen Euro. Allerdings lagen dabei bereits für alle sechs Blöcke des begehrten 800-MHz-Bereiches Höchstgebote – wenn auch im bescheidenen Rahmen – vor.
Diesem Zwischenergebnis wurde wenig Bedeutung beigemessen, da allgemein von einer mehrwöchigen Dauer des Wettbietens ausgegangen wird.
Nachdem nun weitere vier Tage vergangen sind, stehen die Höchstgebote immerhin kurz vor der Überschreitung der Milliarden-Grenze. Exakte 916,2 Euro betrug nach Mitteilung der die Versteigerung abhaltenden Bundesnetzagentur die Summe aller gehaltenen Höchstgebote. Damit zeichnete sich nach dem Ergebnis des Vortages, das bei rund 380 Millionen Euro lag, erstmals eine deutliche Verschärfung des Bieterkampfes ab.
Wie prognostiziert, steht dabei das Frequenzband der 800 MHz im Mittelpunkt der Aktivitäten der vier zugelassenen Bieter. Eröffnen doch dessen vergleichsweise höchsten Reichweiten gegenüber den übrigen zum Erwerb gebotenen Frequenzen die besten Aussichten für die Integration in die bereits bestehenden Netze der Bieter.
o2 und E-Plus haben dabei als die beiden kleineren Bieter den Vorteil, auf mehr Blöcke des bevorzugten Frequenzbandes bieten zu dürfen, als T-Mobile und Vodafone, die bereits über Frequenzen im ähnlich gelagerten 900-MHZ-Bereich verfügen.
Inzwischen liegt nun auch eine erste detaillierte Prognoserechnung für das zu erwartende Ergebnis der Mobilfunkfrequenz-Auktion vor. Die von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG vorgestellte Modellrechnung wurde auf der Grundlage von erreichten Ergebnissen von etwa 150 weltweit durchgeführter Auktionen und unter Berücksichtigung der konkreten Vorgaben der Bundesnetzagentur an die Bieter erstellt.
Danach ist ein Ergebnis zwischen sechs und acht Milliarden Euro zu erwarten, das dem derzeit klammen Staatshaushalt gerade recht kommen dürfte.

22. 2010 -