Im Sommer des zurückliegenden Jahres ließ eine Meldung der Deutschen Telekom aufhorchen, die sich mit Gedanken zur Perspektive des Ausbaus eines großflächigen Highspeednetzes beschäftigte. Dabei wies die Telekom auf den enorm hohen Kostenanteil von etwa 80 Prozent für Tiefbauarbeiten hin, der dazu führen könnte, dass die erforderlichen Gesamtkosten von der Telekom allein nicht aufgebracht werden könnten.
Als eine mögliche Alternative nannte daraufhin der Präsident der Bundesnetzagentur ein bereits in der Schweiz angewandtes Modell, bei dem die Energiekonzerne bei ihren Tiefbauarbeiten Glasfaserkabel mit verlegen und diese anschließend an die Telekommunikationsanbieter vermieten.
Eine solche Kooperation mit Energieversorgern auch in Deutschland begrüßte damals vor allem die Deutsche Telekom.
Im Januar 2010 wurde diese Form der Zusammenarbeit schon einmal für neun norddeutsche Städte zwischen der Telekom und EWS für den gemeinsamen VDSL-Ausbau vereinbart.
Nun wird berichtet, dass das Bundesland Rheinland-Pfalz sich mit dem Energieversorger RWE auf eine derartige strategische Zusammenarbeit verständigt hat. In elf Landkreisen des nördlichen Rheinland-Pfalz soll damit die Breitbandversorgung des ländlichen Raumes beschleunigt werden. Bei den dortigen geplanten umfangreichen Investitionen zur Erweiterung der Energieinfrastruktur durch RWE in den nächsten Jahren, sollen Breitbandkabel mit in die Trassen verlegt werden.
Bereits im Juni dieses Jahres wird ein solches Pilotprojekt zur Breitbandverkabelung in zwei Gemeinden im Rhein-Hunsrück-Kreis gestartet, aus dessen gewonnenen Erfahrungen über zu berücksichtigende Regulierungsfragen bei der Kooperation und auf die weitere gemeinsame Planung geschlossen werden kann.
Dabei erzielte Kosteneinsparungen und Synergien könnten zu einer verstärkten derartigen Zusammenarbeit in ganz Deutschland führen.

24. Mai 2010 -
Kategorie