Im Rahmen der Handelsblatt Jahrestagung “Telekommarkt Europa”, die vom 15. bis 16. Juni 2010 unter dem Motto “Wie verändert das Internet traditionelle Geschäftsmodelle?” in Düsseldorf stattfand, nahm der Vorsitzende des Unternehmens Kabel Deutschland, Adrian von Hammerstein zu Fragen der Positionierung seines Unternehmens in der Telekom-Branche Stellung.
Dabei bezog er auch Position zu den Aktivitäten seiner unmittelbaren Konkurrenten Kabel BW und Unitymedia, die nach seinen Worten wesentlich kleinere Gebiete Deutschlands via Kabelnetz zu versorgen haben als Kabel Deutschland. Das sei auch die hauptsächliche Ursache für die meist schneller verlaufende Realisierung des Ausbaus der Kabelnetze dieser Anbieter.
Sein Unternehmen werde dagegen den Schwerpunkt seiner derzeitigen Aktivitäten auf die Zugriffsmöglichkeiten von Premium-TV-Inhalten, die Entwicklung eines digitalen und internetfähigen Rekorders und das Entstehen einer Plattform für Video on demand legen.
Desweiteren äußerte sich von Hammerstein zu den aus seiner Sicht richtigen Zielen der Bundesregierung, bis 2014 drei Viertel der deutschen Haushalte mit Bandbreiten von 50 MBit/s zu versorgen. Dies sei neben dem Einsatz der teuren Glasfasertechnologie nur unter Nutzung von aufgerüsteten Breitbandkabelanschlüssen realisierbar. Daher sei auch eine vom Telekom Chef René Obermann geforderte vorzeitige Regulierung der Kabelnetzbetreiber kontraproduktiv, die einen echten Infrastrukturwettbewerb eindämmen würde.
Währen heute bereits 60 Prozent der deutschen Haushalte mittels aufgerüsteter Kabelnetze über Bandbreiten bis zu 32 MBit/s verfügen könnten, werde Kabel Deutschland bis Sommer 2012 sein Netz für Übertragungsraten bis zu 100 MBit/s ausrüsten. Mit der Nutzung der bereits vorhandenen Infrastruktur werde der Aufbau eines kostenintensiven, flächendeckenden Glasfasernetzes überflüssig.

22. 2010 - 