Telefónica will Alice einstampfen

Nun beginnt sie wohl konkrete Formen anzunehmen – die im März 2010 verkündete langfristige Strategie des Telefónica-Konzerns, auf dem deutschen Kommunikationsmarkt eine Führungsrolle erobern zu wollen. Dabei wird als eine der ersten Maßnahmen die Marke Alice, die im November 2009 als Bestandteil von Hansenet von der Telecom Italia gekauft wurde, über den Zeitraum der nächsten zwei Jahre durch o2 ersetzt.

Spätestens nach Ablauf dieser Frist wird das Werbegesicht Vanessa Hesslers nicht mehr für Alice strahlen, wobei Telefónica immerhin eine weitere Zusammenarbeit mit dem italienischen Model nicht ausschließt. Doch spielt das Werbegesicht von Alice nur eine Nebenrolle bei dieser Aktion, der immerhin eine erfolgreiche Marke mit reichlich zwei Millionen – meist sehr zufriedener Kunden – zum Opfer fällt.

Bei dieser geplanten Umorganisation auf den DSL-Markt, will der Münchener Mobilfunkanbieter o2 möglichst viele der Alice DSL-Kunden behalten, um damit sein eigenes, bisher äußerst schwach ausgebildetes DSL-Netz stärker auszubauen. Gleichzeitig sollen den Alice Kunden o2-Handyverträge angeboten werden, um auf diese Weise die Kunden an mehrere Telekommunikationsprodukte zu binden.

Diese geplante Entwicklung von o2 wird natürlich auch von der Muttergesellschaft Telefónica befördert, die o2 neben dem Zukauf von Hansenet auch den Ausbau des Mobilfunknetzes finanziert und dafür mehr als eine Milliarde Euro für neue Lizenzen ausgegeben hat.

o2 fühlt sich bei all dem auf dem richtigen Weg, hat das Unternehmen doch dank neuer Tarife im Jahr 2009 mehr Mobilfunkkunden gewinnen können, als die Konkurrenz. Trotzdem liegt man damit noch hinter E-Plus und schier aussichtslos weit hinter Vodafone und der Telekom zurück.

Recht zwiespältig fallen die ersten Reaktionen der bisherigen Kunden von Alice auf die beschlossene Liquidierung ihres bisherigen Providers aus. Während ein Teil den flexiblen Vertragslaufzeiten und der guten Communityfähigkeit schon jetzt nachtrauern, sind andere hocherfreut über das angekündigte Verschwinden dieser, vorrangig auf junge Kundschaft ausgerichteten Marke.