Versatel zieht sich aus seinem Kabelgeschäft zurück

Lange Zeit hat die Liebe des Telekommunikationsanbieters Versatel zum TV-Kabelgeschäft nicht angehalten. Denn schon nach zwei Jahren zieht sich das Unternehmen durch den Verkauf der Tochtergesellschaft Versatel Kabel GmbH an den französischen Finanzinvestor Chequers Capital aus diesem vor allem an Privatkunden gerichteten Geschäftsfeld wieder zurück. Damit bietet Versatel demnächst kein Kabelfernsehen mehr an.

Obwohl die Genehmigungen zur Realisierung des bereits unterzeichneten Vertrags durch Kartell- und Aufsichtsbehörden noch ausstehen, rechnet Versatel fest mit der Einnahme des Kaufpreises in Höhe von 66 Millionen Euro. Parallel dazu wurde ein auf Großkunden ausgerichtetes Wholesale-Geschäft mit circa 9 Millionen Umsatz vereinbart, bei dem Leistungen der Netzebene 3 auf der Basis der vorhandenen eigenen Netzinfrastruktur bereitgestellt werden.

Mit dieser Strategie folgt Versatel der bereits im ersten Quartal 2010 verzeichneten Entwicklung eines rückläufigen Umsatzes im Privatkundensegment und dem zunehmenden Verkauf von Gechäftskundenprodukten im sogenannten B2B-Geschäft. Schließlich setzt man auf einen weiteren Ausbau des Wholesale-Geschäfts, in dem das erste Quartal 2010 eine Steigerungsrate von knapp 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erbrachte.

Durch den Verkauf des Kabelgeschäftes erhofft sich Versatel eine Steigerung seiner Flexibilität zur gewünschten Steigerung des B2B-Geschäftes.

Für die bisherigen Versatel-Kunden, die mit TV- und Hörfunkprodukten versorgt wurden und weiterhin werden, sollen sich nach Angaben des Providers keine Veränderungen ergeben, zumal das bisherige Management der Versatel Kabel GmbH das verkaufte Unternehmen weiter leiten wird.