Erhält Berlins Innenstadt nun doch ein kostenfreies WLAN?

Ein Besuch des Berliner Regierenden Oberbürgermeisters Klaus Wowereit im Motorola-Werkes im Berliner Bezirk Reinickendorf war für ihn der Anlass, das bisher stets gescheiterte Projekt, der Berliner Innenstadt ein freies WLAN zu bieten, wieder auf die Tagesordnung zu setzen.

Wowereit war bei seinem Werks-Besuch vom gemeinsam von Motorola und Unitymedia in Aachen realisierten Projekt eines flächendeckenden WLAN sehr angetan, welches die dortige gesamte Innenstadt mit einem kostenlosen, drahtlosen Internetzugang versorgt.

Ähnlich angedachte bisherige Bemühungen waren in der sich selbst als Weltstadt bezeichnenden deutschen Metropole bisher immer gescheitert. Das letzte derartige Vorhaben, das vom Wirtschaftssenator initiiert wurde, scheiterte am Einspruch der Stadtentwicklungssenatorin, die das mehr als fragliche Argument der Verschandelung des Stadtbildes durch die Vielzahl der benötigten kleinen Antennenkästen dagegen setzte.

Aus diesem Grund sollte ein Einzelfall-Prüfverfahren für die circa 5.000 erforderlichen Standorte derartiger Kästchen angesetzt werden, was sich im konkreten Fall als undurchführbar erwies.
Während das bisher letzte Berliner WLAN-Projekt daran scheiterte, hatte die Stadt Aachen einen Großteil der erforderlichen Sender in den bereits vorhandenen Ampelschaltkästen installieren lassen, wodurch weder das Stadtbild erheblich beeinflusst wurde noch eventuell zu befürchtende technische Störungen zu verzeichnen sind.

Die nunmehr vom Regierenden Bürgermeister Berlins erneut vorgeschlagene ernsthafte Prüfung eines derartigen Projektes, stieß jedoch bereits wieder auf erste zurückhaltende Reaktionen. So äußerte der Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung deren Bedenken diesbezüglich, ob sich die Realisierung eines derartigen WLAN-Projektes überhaupt lohne, wo doch die sich rasant entwickelnde Mobilfunktechnik immer günstigere Surfmöglichkeiten für die Verbraucher anbiete.

Mit dieser Taktik, angedachte technische Projekte immer so lange zu verzögern bis sie durch die fortschreitende Weiterentwicklung der Technik als überholt beziehungsweise nicht mehr zeitgemäß beiseite gelegt werden können, wird Berlin sicher nicht auf Dauer seinen Ruf als Weltstadt verteidigen können.