Nachdem die Regulierungsbehörde die erforderlichen Grundlagen dafür geschaffen hat, dass neben der Telekom auch andere Anbieter ihre eigenen Hochgeschwindigkeits-VDSL-Anschlüsse anbieten können, gibt der inzwischen zum Konzern Telefónica o2 gehörende DSL-Anbieter HanseNet den Start eines eigenen VDSL-Angebots zum 2. September diesen Jahres bekannt.
Unter der Marke Alice werden nun VDSL-Anschlüsse mit Übertragungsraten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde erhältlich sein. Mit dem Angebot möchte HanseNet anstatt der bisherigen etwa 2,4 Millionen DSL-Kunden künftig bis zu rund vier Millionen Haushalte erreichen.
Außer der erhöhten Übertragungsgeschwindigkeit entspricht das neue Alice Speed Paket dem ADSL-Paket Alice Fun. Wie dieses auch ist es mit und ohne fester Vertragslaufzeit erhältlich. Selbst der reguläre Preis wird weiterhin bei 39,90 Euro pro Monat liegen. Wer sich allerdings noch bis Ende Oktober 2010 zur Buchung des Alice Speed Paketes entschließt, der erhält es für sensationelle 29,90 Euro pro Monat über die gesamte Vertragslaufzeit.
Die Alice WLAN HomeBox wird den Kunden kostenlos zur Verfügung gestellt.
Während ursprünglich geplant war, diesbezüglich die Anschlüsse des Marktführers Telekom weiter zu verkaufen, avanciert HanseNet nunmehr nach der Telekom und Vodafone zum dritten Anbieter für eigene VDSL-Anschlüsse in Deutschland. Damit erhofft man sich gleichzeitig eine verbesserte Wettbewerbssituation gegenüber den höhere Bandbreiten anbietenden Kabelunternehmen.
Dass die mit der VDSL-Technik erreichbaren 100 Megabit pro Sekunde nicht lieferbar sind, hat seine Ursache darin, dass bei der verwendeten Technik die Glasfaserleitungen zwar möglichst nahe an die Haushalte heran gelegt wurden, für die Überbrückung der letzten Meter jedoch die herkömmlichen Telefonleitungen genutzt werden. Pläne für den Ausbau des Glasfasernetzes bis ins Haus werden vorerst nicht realisiert.
Zugleich mit der Vorstellung des eigenen VDSL-Angebots schloss sich der HanseNet-Chef Lutz Schüler gegenüber der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX dem Standpunkt der Telekom und der Kabelnetzbetreiber an, die für eine stärkere Kostenbeteiligung datenintensiver Dienste an den Investitionen der Netzbetreiber eintreten.

31. 2010 - 