In Ingolstadt mussten die Technikriesen Media Markt und Saturn im vergangenen Jahr erstmals weniger Umsatz verzeichnen. Die Elektronikfachmärkte haben im Weihnachtsgeschäft verloren. Sie schieben die Schuld auf die Internetanbieter und Onlineshops. Doch nicht nur in Deutschland schrumpft das Geschäft, auch aus dem Geschäft in Frankreich musste sich Saturn zurückziehen.
Die Entwicklung von Media Saturn
Der erste Media Markt wurde 1979 von Erich und Helga Kellerhals, Leopold Stiefel und Walter Gunz in München gegründet. Nach zehn Jahren gab es zehn Filialen und das Unternehmen stieg in die Warenhauskette Kaufhof ein. Diese hatte schon zuvor das „technische Kaufhaus“ der Marke „Saturn“ übernommen. Wenig später ging Kaufhof an die Metro und die Media Saturn Holding in Ingolstadt wurde eine eigene Sparte. Sie war unabhängig von der Warenhauskette Kaufhof. Die Gründer von Media Markt bekommen bis heute knapp 25 Prozent der europäischen Anteile der größten Kette für Konsumentenelektronik. Was im deutschen Handel allerdings ungewöhnlich ist: Jeder Geschäftsführer ist mit 10 Prozent an seinem Laden beteiligt.
Das Unternehmen beschäftigt europaweit rund 70.000 Menschen in 800 Läden. Doch mit dem Internet scheint das Riesenunternehmen nicht mithalten zu können. So gibt es den Internetanbietern die Schuld. Diese Konkurrenz soll laut dpa Grund für die zurückgegangenen Umsätze sein.
Schlecker und Milch
Veränderungen im Verkaufskonzept sollen auch bei Schlecker für zu wenig Umsatz gesorgt haben. Das Ingostädter Logistikzentrum der Drogeriemärkte schließt angeblich bis Jahresende. Derzeit sind dort 130 Mitarbeiter beschäftigt. Während sich die Elektronikmärkte und Drogerien ärgern, können sich Milchwerke in Ingolstadt-Thalmässing, kurz Goldmilch, über gegenteilige Entwicklungen freuen. Sie steigerten ihren Umsatz um 20 Prozent auf 53,3 Millionen Euro. Und das, obwohl der Milchpreis für die Anlieferer einer der höchsten in Bayern war.
Viele Onlinehändler tun sich immer noch schwer, kühlpflichtige Ware zu versenden. Daher wird die Lebensmittelbranche bis auf weiteres ihre Erfolge eher offline als online feiern.

23. März 2011 -