Street-View auch von Microsoft

Google war der Vorreiter, nun zieht Microsoft nach. Für den 9. Mai sind die ersten Fahrten von Kameraautos durch Deutschlands Straßen geplant. Sie fotografieren öffentliche Straßen und Plätze sowie Hausfassaden und stellen diese dann im Kartendienst Bing Maps als Rundumaufnahmen dar. Die Variante von Google ist schon seit November vergangenen Jahres online.

Microsoft erwartet Einsprüche

Die Microsoft-Panoramas sollen spätestens im Sommer unter der Bezeichnung „Streetside“ im Internet verfügbar sein. Dafür wird zuerst Süddeutschland abgefahren.

Der Start ist in Nürnberg, danach kommen Fürth, Erlangen und Augsburg. Binnen eineinhalb Jahren sollen insgesamt 50 Städte erfasst werden. Doch selbst um Googles Street View gab es schon hitzige Diskussionen, die sich erst dann beruhigten, als Google zusicherte, Hausfassaden unkenntlich zu machen. Es erhoben 244.000 Hausbesitzer Einspruch. Und auch Microsoft erwartet, dass es in Deutschland Einsprüche geben wird: „Wir wissen, dass wir auf einen Markt stoßen, der Sensibilität erfordert“, so Oliver Blanchard, der Leiter des Online-Geschäftsbereiches von Microsoft Deutschland. Man berücksichtige deswegen geltende Datenschutzrichtlinien. Es stimme sich mit der Bayrischen Datenschutzaufsichtsbehörde ab, da das Unternehmen bei München angesiedelt ist.

Fahrzeuge rechtzeitig erkennen

Spezial-Fahrzeug von NAVTEQ ausgestattet mit Panorama- und Multi-View-Kameras sowie Messeinheiten zur Geo-Positionierung. Quelle: Navteq

Spezial-Fahrzeug von NAVTEQ ausgestattet mit Panorama- und Multi-View-Kameras sowie Messeinheiten zur Geo-Positionierung.
Quelle: Navteq


Eigenen Angaben des Unternehmens zufolge hat Microsoft vor, frühzeitig darüber zu berichten, wann und wo die kamerabesetzten Autos auf den Straßen unterwegs sein werden. Vom 8. April an soll hierfür eine Internetseite erreichbar sein. Die Fahrzeuge werden an den Logos des Kartenherstellers Navteq und der Microsoft-Suchmaschine Bing zu erkennen sein. Auffällig werden aber auch die Kamerabauten auf den Autos sein – sie erreichen eine Höhe von bis zu drei Metern. So sollen auch Aufnahmen über parkende Fahrzeuge hinweg möglich sein – allerdings führte genau diese Höhe auch schon bei den Fahrzeugen von Google zu Bedenken.

Der Datenschutz-Kodex

Streetview basiert auf Grundlage des Datenschutz-Kodex für Geodatendienste, was eine Selbstverpflichtung der Branche ist. Inzwischen unterzeichneten ihn 8 Unternehmen, darunter auch Microsoft, Google und Nokia. Hier ist auch die Möglichkeit zu Unkenntlichmachung von Häuserfassaden vorgesehen. Gesichter und Autokennzeichen sollen automatisch unkenntlich sein. Er sieht außerdem eine zentrale Anlaufstelle für Wiedersprüche vor, die über eine Internetseite über die Rechte der Bürger und darüber aufklärt, welche Stadt erfasst wird. Außerdem soll es eine kostenlose Telefonnummer geben.

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