Der Spanische Konzern Telefónica konzentriert sich derzeit auf das Geschäft mit Internet und Telefonie. Doch neue Sparten sollen nun frische Impulse in das Unternehmen bringen, wie die „Financial Times” kürzlich berichtete. Auch die Konkurrenz, nämlich die Telekom, kündigte ähnliche Entwicklungen an.
Zukunftspläne

„Zusätzllich zu unserem bisherigen Geschäft werden wir in Zukunft in sieben Wachstumsfeler investieren, die sich in den nächsten Jahren besonders stark entwickeln werden”, erklärte Matthew Key, der Chef der Telefónica-Europe vergangenen Donnerstag dem Magazin. Unter anderem sollen Finanzdienstleistungen, Gesundheit, sicherheit und das vernetzte Zuhause darunter zählen.
Die Führung um Telefónica-Chef César Alierta stellte ihre Zukunftspläne am Mittwoch und Donnerstag Analysten in London vor. Vor rund einem Jahr eröffnete der Chef der Deutschen Telekom, René Obermann, ähnliche Zukunftspläne für eine Wachstumsstrategie, die er dem DAX-Konzern vorlegte.
Keine ausreichenden Impulse
Im eigentlichen Kerngeschäft der Telefónica scheint das Unternehmen keine ausreichenden Impulse mehr zu erwarten, welches das Wachstum der vergangenen Jahre aufrechterhalten könnte. Die Spanier galten lange Zeit als immun gegen diesen Trend, denn der Konzern hält große Beteiligungen in Schwellenländern wie Brasilien.
Im Vergleich zu den Industrienationen, wie Deutschland, Großbritannien oder Frankreich, sind die Wachstumsraten dort relativ hoch. Doch die Telefónica verbreitet nicht nur Handys und Internetanschlüsse, sie wird auch zunehmend zur Konkurrenz für Kabel-TV-Anbieter. Kabel Deutschland beispielsweise deckt die gleichen Sparten ab, allerdings zu aggressiven Preisen.
Eine neue Struktur
Damit das Geschäft nun in den neuen Märkten vorangetrieben wird, baute das Unternehmen intern um. „Wir haben dafür eine neue Struktur geschaffen“, so Telefónica-Deutschland-Chef René Schuster. Der Konzern ist in Deutschland durch die Marke o2 bekannt.
„Für jedes der sieben Felder haben wir einen Markt ausgesucht, in dem die Dienste und Angebote vorrangig entwickelt werden“, erklärte der Deutschland-Chef. Der Konzern traf allerdings keine Aussage darüber, wie viel Umsatz die neuen Produkte und Dienste liefern sollen. „Es wird ein wesentlicher Teil unseres Geschäfts sein“, so Schuster. Die Strategie soll innerhalb von zwei bis drei Jahren umgesetzt werden. Der Konzern erwirtschaftete im Jahr 2010 bei 60 Milliarden Euro Umsatz einen Gewinn von mehr als 10 Milliarden Euro.

18. April 2011 - 
