Unitymedia stürmt gegen Telekom und Vodafone

Mit verschiedenen Initiativen will der Kabelnetzbetreiber Unitymedia an die Spitze der Internetanbieter stürmen. Der Chef will auch durch eine Markenkampagne den Abstand zu den großen Telekommunikationsunternehmen verkürzen. „Wir stehen im direktem Wettbewerb mit Marken wie Deutsche Telekom und Vodafone“ sagte Lutz Schüler zur „Financial Times Deutschland“.

Überall aufstocken

Lutz Schüler

Lutz Schüler, Quelle: Unitymedia


„Wenn Kunden an einen Internetanbieter denken, denken bisher nur zwei von zehn Leuten an Kabelanbieter“. Der Kölner Kabelnetzbetreiber ist schon seit 2009 ein Tochterunternehmen des US-Milliardärs John Malone. Er will auch den deutschen Markt erobern und kaufte Ende März auch den Unity-Konkurrenten Kabel BW für 3,16 Milliarden Euro. Die Wettbewerbsbehörden müssen diese Übernahme und den wohl geplanten Zusammenschluss von zwei der drei größten Kabelnetzbetreiber in Deutschland noch prüfen. Aus diesem Grund wollte sich Schüler nicht zu den Plänen äußern. Doch das Internetgeschäft ist ein zentraler Punkt seiner Wachstumsstrategie. „Das Wachstum stammt hauptsächlich aus dem Internet“, sagt Schüler selbst. „Das ist über die kommenden Jahre noch viel Musik drin.“ Schüler plant eine Reihe von Initiativen, um den Anteil der TV-Kunden mit Internetanschluss zu erhöhen. „Wir benötigen mehr Läden“, sagte der kürzlich auf den chefposten gewechselte Manager. In seinem Verbreitungsgebiet, Nordrhein-Westfalen und Hessen, hat Unitymedia nicht einmal annähernd so viele Geschäfte wie die Deutsche Telekom oder Vodafone.

Stärkere Onlinepräsenz

Auch Werbetechnisch will Unitymedia weniger im Schatten der großen Anbieter bleiben. Ein neuer Markenauftritt soll das Unternehmen bekannter machen. „Die Marke selbst generiert bislang keine Nachfrage“, so Schüler. Er schweigt sich zu Details der Offensive aus. Doch wahrscheinlich dient Telefónica mit ihrer Marke O2 als Vorbild. Der ursprünglich spanische Anbieter konnte mit seiner Markenstrategie, Milliardeninvestitionen und alternativen Tarifen viele Kunden gewinnen. Schüler war lange Marketing- und Vertriebschef bei Telefónica Deutschland. „Wir schaffen dieses Jahr die Basis für ein stärkeres Wachstum 2012“.

Die Telekom fühlt sich bedroht

Medienberichten zufolge schauen die Telekomkonzerne allerdings nicht tatenlos dabei zu, wie in ihrem Terrain gewildert wird. Die Deutsche Telekom wettert besipielsweise mit Regulierungsvorschlägen gegen den aufstrebenden Konkurrenten, da das Wachstum zu stark sei. Doch Schüler sieht dem gelassen entgegen: „Wir sind weit davon entfernt, marktbeherrschend zu sein (…) Wir stellen uns dem Wettbewerb gern. Die Drohung mit Regulierung ist unsinnig.“

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