Gerd Tenzer ist einer der führenden Topmanager der Deutschen Telekom. Er kritisierte den Konzern nun stark wegen seines zögerlichen Ausbaus von FTTH/FTTB, wie dem Nachrichtenmagazin „golem“ zu entnehmen ist: Wäre der 1990 initiierte Ausbau des Telefonnetzes in dieser Geschwindigkeit vorangeschritten, so wäre dieser heute im Osten immer noch im Bau.
Ziele stark verfehlt

In einem Interview mit dem Magazin „Focus“ gab der führende Vizechef der Deutschen Telekom zu verstehen: „Wenn die Telekom so lange wartet, bis der Regulierer alle offenen Fragen entscheidet, überlässt sie den Markt den Kabel- und City-Anbietern. Schwierigkeiten bei der Durchführung kann man nur abstellen wenn man beginnt, etwas zu tun. Und genau das tut die Telekom nicht.“Ungefähr 150.000 Kunden verfügen in Deutschland über einen FTTH-/FTTB-Anschluss (Fibre To The Home/Building). Doch der Konzernchef René Obermann kündigte am 21. April 2011 einen Rückgang des FTTH-Ausbaus an. Bis Jahresende werden die Telekom statt der geplanten 4 Millionen nur noch 160.000 Haushalten angeschlossen werden. Noch am 17. März 2010 erklärte die Telekom, sie wolle zehn Prozent aller 40 Millionen Haushalte direkt mit Glasfaser ausstatten.
Telekom verabschiedet Mitbegründer
Im Jahr 2002 galt Vize Tenzer als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Ron Sommer, dem damaligen Telekom-Chef. Doch er schied im Jahr 2002 aus dem Vorstand der Telekom aus. Dazu erklärte das Unternehmen, Tenzer habe „langjährig wie kein anderer“ das Unternehmen „geprägt und gestaltet. Zu den herausragenden Erfolgen seines Wirkens gehören der Wiederaufbau der Telekommunikationsinfrastruktur in den neuen Bundesländern, die ISDN-Einführung, die Digitalisierung des Telefonnetzes, die Restrukturierung des Kabel-TV-Geschäftes sowie die Forcierung dessen Verkaufs.“ Dem Focus sagte Tenzer jetzt: „Hätte die Telekom nach 1990 genauso lange gezögert, wäre das Telefonnetz im Osten immer noch nicht fertig“.

09. Mai 2011 -