Die Niederlande will die Netzneutralität als eines der ersten Länder weltweit gesetzlich verankern. Denn die Regierung ist der Meinung, dass die Gebühren die Innovation bremsen. Die ‚Neue Züricher Zeitung‘ berichtete heute über das neue Verbot, für Video-Telefonie und die Übermittlung von Kurznachrichten via Internet Gebühren zu verlangen.
Übergangene Telekom-Anbieter
„Solche Dienste zu blockieren oder extra Geld dafür zu verlangen, bremst Innovationen“, wie Wirtschaftsminister Maxime Verhagen in Hinblick auf die Gebührenerhebung für genannte Datenübertragungen erklärte. „Wir werden diesen Bereich regulieren und damit ein offenes Internet garantieren“, so seine Worte weiter. Am Mittwochabend verabschiedete das niederländische Parlament die entsprechende Gesetzesvorlage – gleiches muss nun noch im Senat vonstattengehen. Derzeit prüft die EU-Kommission den Angaben zufolge mögliche Behinderungen des Internet-Verkehrs durch Anbieter wie die Deutsche Telekom, Vodafone oder Telefónica. Einige Konzerne wehren sich gegen die Internet-Telefonate ihrer Smartphone-Kunden, die damit ihren Telekom-Anbieter umgehen. Das Geschäft mit Applikationen läuft an den Providern vorbei und Unternehmen wie Apple und Google besetzten das Geschäftsfeld. Ende des Jahres sollen die Ergebnisse der Untersuchung an die Öffentlichkeit getragen werden.
Vorteile der Netzneutralität
Wenn alle Datenpakete gleich behandelt werden, haben auch die, mitunter für die Meinungsbildung wichtigen, Betreiber kleiner Seiten keine Nachteile. Würden die Provider ihre Pläne durchsetzen, so müsste beispielsweise Google dafür zahlen, dass YouTube-Videos ohne Verzögerungen zu sehen sind. Eine Seiten, wie beispielsweise regimekritische Blogs in Nordafrika, könnten sich das nicht leisten, wodurch auf ihren Seiten längere Ladezeiten entstehen würden. Da dies viele Nutzer von den Seiten vertreiben würde, wäre dies für die Interessen der Seitenbetreiber tödlich.

23. Juni 2011 -