Der US-Kabelriese Liberty Global legte seiner deutschen Tochter Unitymedia in der Nacht zum heutigen Mittwoch und Abseits von der Konzernbilanz eine getrennte Gewinn- und Verlustrechnung vor. Medienberichten ist zu entnehmen, dass dem in Nordrhein-Westfalen und Hessen tätigen Anbieter weiterhin die Kabelkundschaft verloren geht – auch wenn dies nur auf niedrigem Niveau passiert.
Plus bei Internet und Telefonie
Im vergangenen Jahr waren die Zahlen von Unitymedia noch im grünen Bereich. Mitte 2010 versorgte das Unternehmen noch 4.562 Millionen Haushalte. Ende Juni dieses Jahres waren es nur noch 4.552 Millionen angebundene Haushalte. Etwa 10.000 Kunden sind abgesprungen. Während in 2.835 Millionen Haushalten noch Analogfernsehen läuft, sind 1.633 Millionen bereits auf Digital-TV umgestiegen. Den Internetzugang von Unitymedia nutzen 894.60 Kunden und 892.500 telefonieren im Kabel.
Anfang dieser Woche gab es Trouble um die deutsche Tochter, da das genutzte Nagravision-Verschlüsselungssystem geknackt wurde. Auch zwei Tage später liegt noch kein Ergebnis einer eingeleiteten Prüfung vor. Viele Kunden kündigten bis Ende Juni. Zu ihnen gehören 52.600 Analog-TV-Kunden und 43.800 Digital-TV-Zuschauer. Netto sprangen damit also 8.800 Fernsehkunden ab. In der Internet- und Telefoniesparte kamen hingegen Kunden hinzu – in dieser Reihenfolge 54.500 und 53.700 an der Zahl. Somit wurden insgesamt 99.400 neue Verträge abgeschlossen.
Günstigste Preise
Die Verbindung von Fernsehen, Internet und Telefonie nennt sich bei Unitymedia „Triple-Play“. Immerhin 17,4 Prozent der Unitymedia-Kunden nehmen dieses Angebot in Anspruch. 2,6 Prozent der Kunden sind mit zwei Verträgen gebunden – Double-Play. Die übrigen 80 Prozent haben nur einen Vertrag mit dem Telekommunikationsanbieter abgeschlossen. Auch der ARPU-Wert, also die monatlichen Gebühren der Abonnenten, fallen mit 16,28 gering aus. In der UPC-Gruppe, der auch Unitymedia zugehört, rangiert die Zahl deutlich höher. Allerdings hat es das Unternehmen geschafft, den Umsatz im ersten Geschäftsjahr von 458,0 auf 498,2 Millionen Euro zu steigern.
Unterm Strich gab es trotzdem Verluste. Während es sich im Vorjahr um 127,6 Millionen handelte, sind es nun nur noch 73,3 Millionen. Die Investitionen stiegen derweil von 116,1 auf 131,5 Millionen Euro. Denn Unitymedia will sein Netz auf 128 MBit/s-Zugänge ausbauen. So soll die Kundenzahl in den Bereichen Internet und Telefonie zunehmen. Vor Steuern und Zinsen steigerte sich der operative Gewinn von 28,7 auf 101,4 Millionen Euro.

03. August 2011 - 