Der Verein Deutsche Sprache hat den Sprachpanscher des Jahres 2011 gewählt. Aus einer Pressemitteilung des Vereins vom vergangenen Freitag geht hervor, dass die zweifelhafte Ehre in diesem Jahr dem Telekom-Chef René Obermann gebührt.
“Schocktherapie im Horrorkabinett”
In der Begründung des Vereins heißt, es, “die Deutsche Telekom würde seit Jahren ihre Kunden mit englischen Sprachimporten bei den Tarifnamen verärgern.” “Der Besuch der Internetseiten der Telekom gleicht”, nach Ansicht des Vorsitzenden Walter Krämer, “einer Schocktherapie im Horrorkabinett der deutschen Sprache”. Alle Tarife hätten englische Namen, so beispielsweise Call & Surf, CombiCardTeens.
4.764 Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache haben an der Abstimmung teilgenommen. Zu den prominenten Mitgliedern zählen unter anderem Hape Kerkeling, Jürgen von der Lippe oder Nina Ruge. Mit 1.832 Stimmen kam René Obermann unangefochten auf Platz 1, rund 500 Stimmen weniger bekam Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, die den Vereinsmitgliedern vor allem mit dem Begriff “Equal-Pay-Day” sauer aufstieß. Auf weiteren Plätzen finden sich Nikolaus Schneider, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche sowie der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise.
Telekom bereits zum zweiten Mal Preisträger
Vor dreizehn Jahren hatte der damalige Telekom-Vorstand Ron Sommer schon einmal die Ehre des ersten Platzes als Sprachpanscher erhalten. Schon damals bemängelte der Verein den “konsequenten Ausstieg aus der deutschen Sprache”. Bereits 1998 warb die Deutsche Telekom mit Begriffen wie “City-Calls” oder “German-Calls”.
Die Förderung der Eigenständigkeit der deutschen Kultursprache steht für den Verein im Vordergrund. Die insgesamt 34.000 Mitglieder machen dafür auch im Ausland Werbung. Den Preis Sprachpanscher des Jahres verleiht der Verein seit 1997 für “besondere Fehlleistungen im Umgang mit der deutschen Sprache.”

29. August 2011 - 
