Telefónica hetzt hinterher

Noch nie war der Wettbewerb in der Telefonbranche so hart wie heute. Seitdem auch Google, Apple, Facebook und andere Technikunternehmen Telefonie anbieten, nämlich via Internet, haben viele andere Konzerne Probleme, mitzuhalten. Wie das Geschäft Zusehens wegbricht, kann man laut ‚Financial Times‘ auch bei der spanischen Telefónica beobachten. Doch das Unternehmen versucht, Anschluss zu halten.

Neuformierung im Spanienkonzern

Telefonica-Logo

Der Boommarkt hat es bisher jährlich geschafft, das Gesamtergebnis von Spaniens zweitgrößtem Unternehmen zu retten. Doch die Internetanbieter dürfen auch hier bald Marktanteile für sich gewinnen. Deshalb ist die nun bekanntgewordene Neuformierung von Telefónica dringen nötig. Der erste Schritt, nämlich das Verstecken der eigenständigen Sparte Spanien im Geschäftsbereich Europa, zählt eher als Schönheitspflege. Denn der Heimatmarkt hat mit der anhaltenden wirtschaftlichen Krise im Land zu kämpfen. Auch aus diesem Grund wird Spanien das Gesamteuropa-Geschäft wohl langfristig verschlechtern.

Vielversprechende Strategie

Auch wenn der erste Schritt viele Augenbrauen hochgezogen hat, scheint Telefónica einen Plan zu verfolgen: Den Plan einer eigenen digitalen Sparte – Telefónica Digital. Da Branchen wie digitale Finanzdienstleistung und Unterhaltung starkes Wachstum versprechen, könnte dies tatsächlich die richtige Strategie für die Zukunft sein. Es ist nur noch nicht klar,, ob der Telekommunikationskonzern in der Lage ist, diese Branche zu erobern, denn Telefónica wird sich komplett neu in Technologien wie Cloud-Computing, digitale Gesundheitsdienste und Handybezahlsysteme einarbeiten müssen, während andere diesen Markt schon vor langer Zeit entdeckt haben.

Geschehene Misserfolge

Das Betreten von Neuland ist riskant, das ist für Telefónica nichts Neues. Schon im Jahr 2000 haben die Spanier versucht, mit dem Kauf des niederländischen TV-Produzenten Endemol einen Platz in der Unterhaltungsbranche zu festigen. 2007 endete die Unternehmung wenig ruhmreich mit dem Wiederverkauf. Doch davon darf sich der spanische Telekommunikationsdienstleister nicht abschrecken lassen – der Boom ist von größter Wichtigkeit. Denn Lateinamerika wird nicht immer den Aufschwung bringen.

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