Telekom zensiert ihre Hotspots großzügig

Der Rosa Riese preist seine kabellosen Internetzugänge, den sogenannten Hotspots, als besonderes Merkmal an, welches sie von den anderen Wettbewerbern unterscheidet. Denn mit Ihnen kann mit dem Mobiltelefon im Internet gesurft werden, ohne die eigenen Datenvolumen aufzubrauchen. Jeder Hotspot ist mit einem Jugendschutzfilter ausgestattet, mit dem die Telekom sicherstellen möchte, „dass auch die Jüngsten einen angenehmen Aufenthalt erleben“, wie Medienberichten zu entnehmen ist. Allerdings greift der Filter auch bei solchen Seiten, die nicht jugendgefährdend sind.

Hotspots verbreiten sich wie Lauffeuer

Das sehr gut ausgebaute Netz aus Hotspots ist der große Stolz der Deutschen Telekom. An Bahnhöfen, im Hotel, beim McDonalds und an anderen öffentlichen Orten kann man mit einer Hotspot-Option surfen, ohne das begrenzten Datenvolumen seines Mobiltelefons nutzen zu müssen. Bei höherwertigen Mobiltelefon-/DSL-Tarifen gibt es den Hotspot-Zugang meist kostenlos dazu. Nach eigenen Angaben betreibt die Deutsche Telekom über 12.000 Hotsoits weltweit. In Deutschland befinden sich allein 8.000 Standorte.

Die Verbreitung dieser Hotspots war für Apple unter anderem ein Grund, die Telekom als exklusiven Vermarkter für die ersten iPhones auszuwählen. Auch Kunden anderer Mobilfunk- und Mobilinternetanbieter surfen gern an den Hotspots von T-Mobile. In fast jedem McDonalds gibt es eine Stunde gratis und auch im ICE, sogar im Flieger sind die Hotspots der Telekom inzwischen zu erreichen.

Auch ungefährliche Seiten gesperrt

Einen Haken haben die Hotspots allerdings: Die Nutzer können nicht auf alle Seiten zugreifen, wenn sie über einen Telekom-Hotwpot ins Netz gehen. Denn zeigt eine Website ganz eindeutig pornographische, rassistische oder gewaltverherrlichende Inhalte an, werden diese möglicherweise von der Telekom ausgesperrt. Wenn ein Nutzer versucht, auf eine Internetseite mit eventuell jugendgefährdenden Inhalten zuzugreifen, so erscheint eine Stopp-Seite.

Allerdings greift der Filter auch bei ungefährlichen Seiten: Zum Beispiel das Datingportal Gayromeo, das unter Homosexuellen sogar beliebter ist als Facebook ist. Das Netzwerk steht nicht auf der offiziellen Liste indizierter Online-Angebote der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien und auch die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia (FSM) stuft das Portal nicht als gefährdend ein. Auch HOTorNOT und die Website der NPD – immerhin noch als Partei in Deutschland zugelassen – können von den Telekom-Hotspots aus nicht aufgerufen werden.

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