Beim Internet-Pionier Yahoo stockt das Geschäft weiterhin. Die Werbeeinnahmen nehmen ab und die Suche nach einem neuen Chef für den Konzern zieht sich. Die Wettbewerber Google und Facebook haben mehr Erfolg im Kampf um die Werbe-Dollar, wie „n-tv“ berichtet. Das Unternehmen erklärte dies nach US-Börsenschluss vor allem mit einer Änderung der Bilanzierung angesichts der Partnerschaft mit Microsoft im Suchmaschinengeschäft.
Kein Chef, kein Umsatz, kein Gewinn

Der Internetkonzern Yahoo kann nicht mehr mit seinen Mitbewerbern mithalten. Das vergangene Quartal erbrachte deutlich weniger Umsatz und Gewinn als in den vergangenen Monaten. Die Erlöse gingen um 24 Prozent auf 122 Milliarden US-Dollar zurück – laut Yahoo aufgrund einer Änderung der Bilanzierung mit dem Hintergrund der Partnerschaft mit Microsoft im Suchmaschinengeschäft. Der Gewinn verringerte sich um 26 Prozent auf 293,3 Millionen US-Dollar – und viel damit dennoch besser aus als erwartet. Nachbörslich kletterte die Aktie deshalb um gut zwei Prozent. Außerdem sucht Yahoo nach einem neuen Kopf für sein Unternehmen. Nachdem die damalige Chefin Carol Bartz gefeuert wurde, fungiert Finanzvorstand Timothy Morse als Interimschef. Bartz wurde vorgeworfen, zu viel Zeit für die Verbesserung der Geschäftsentwicklung zu benötigen.
Ein Blick in die Geschäftszahlen verdeutlicht die Misere: Die Erlöse in der Branche der Bannerwerbung, einst eine Domäne von Yahoo, sanken um zwei Prozent auf 502 Millionen US-Dollar. Laut „Wall Street Journal“ gewährt der Internet-Konzern bereits Rabatte von 5 bis 15 Prozent, um seine Werbekunden zu halten.
Alle Optionen prüfen
Die Wettbewerber sind der Grund für die Probleme bei Yahoo: Suchmaschinen-Primus Google reißt sich das Geschäft mit der Banner-Werbung unter den Nagel und das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook erwirbt mit seinen rund 800 Millionen Nutzern immer mehr Werbedollar. Batz wollte Yahoo zum Ausgleich zu einem großen Inhalte-Anbieter ausbauen um ein Umfeld für Werbekunden zu schaffen. Dafür blieb die eigene Suchtechnologie auf der Strecke, wofür auf Microsofts Suchmaschine Bing umgesattelt wurde. Die nun öffentlichen Quartalszahlen sind keine Hilfe für Yahoo.
Der Verwaltungsrat ist gerade dabei, alle Optionen zu prüfen – auch den Verkauf des Unternehmens. Dienste wie Yahoo Mail werden zwar von hunderten Millionen Menschen genutzt, profitier jedoch nicht genügend davon. Gerüchte über die Firmenübernahme durch Microsoft sind noch immer im Umlauf. Vor einigen Jahren bot der Software-Riese 47,5 Milliarden für den Suchmaschinenanbieter.