Warum eigentlich nicht? Das fragen sich immer mehr Verbraucher. Allerdings scheint sich der Einzelhandel mit dem Verkauf frischer Waren im Internet schwerzutun. Obwohl es einige Pilotprojekte gibt, lässt der große Durchbruch auf sich warten. Einem Bericht von „RP Online“ zufolge hat RP Plus nun den neuen Real-Drive-In in Köln-Porz getestet. Nach einer Internetbestellung muss der Kunde seine Produkte nur noch abholen.
Der Kölner Real-Drive-In

Mit dem Auto unter einem Werbebanner hindurch geht es beim Einkauf im Kölner Drive-In, was sich den Testern zufolge wie ein Zieleinlauf anfühlt. Dies ist der Weg zu einer neuen Einkaufswelt, bei der es nur noch nötig ist, ein paar Knöpfe zu drücken – danach landen die Einkäufe im Kofferraum. Der Schalter, der dem eines Schnellrestaurants erstaunlich gleicht, wurde vor zwei Wochen eröffnet Allerdings tönt hier keine Stimme aus einem Lautsprecher, wie im Fast-Food-Drive-In, sondern der Kunde tippt eine Nummer ein. Diese Nummer hat er bei seiner vorherigen Internetbestellung erhalten. Eine direkte Bestellung funktioniert nicht am Schalter. Außerdem braucht Real mindestens zwei Stunden Vorlauf, um die Einkäufe der Kunden zu packen. Vor Ort geht es dafür ganz schnell. Der Automat weist dem Fahrer des Autos einen Parkplatz zu, wo einer von drei von Real sogenannten „Drive Managern“ mit den Einkaufstüten wartet.
Marcel Kurth, einer der drei Drive Manager ist überzeugt vom Verkaufskonzept: „Zu uns kommen Kunden, die keine Zeit oder keine Lust haben, ewig im Supermarkt nach den passenden Produkten zu suchen“, so der Einzelhandelskaufmann. Darunter seien viele Geschäftsleute, aber auch Familien, die sich den Einkaufsstress mit ihren Kindern ersparen möchten.
Konkurrenz bereits aktiv
Abgesehen vom Real in Köln existiert auch in Hannover bereits ein Drive-In-Angebot, welches sich seit einem Jahr im Test befindet. Umsatzzahlen möchte das Unternehmen nicht nennen, allerdings spricht die Sprecherin von 150 Kunden pro Tag. Zum Vergleich: Die tägliche Kundenzahl in seinen SB-Märkten liegt laut Unternehmensangaben bei „mehreren Tausend“. Dieser eher zurückhaltende Verbraucherzuspruch ist wahrscheinlich auf der Grund dafür, warum der Drive-In noch nicht über die Projektphase hinausgeht.
In einigen wenigen anderen Städten können Kunden ebenfalls bestellen. Einen Breitbandanschluss, wie z. B. DSL in Bremen, ist keine zwangsläufige Voraussetzung. Statt dessen kann auch mit einem langsamen Internetanschluss kann die Online-Bestellung durchgeführt werden.
Auch Rewe experimentiert mit diesem Konzept in fünf Städten Deutschlands, in NRW wurde der Standort Bergisch-Gladbach zum „Express Drive“ erklärt. Dabei geht es um die gleiche Idee wie Sie Real durchsetzen will: Die Kunden bestellen im Internet, holen ihre Einkäufe ab und zahlen einen Euro Service-Gebühr. Bei Rewe sind allerdings zwei Euro zu zahlen.

28. Oktober 2011 - 