Kabel Baden-Württemberg sollte von dem amerikanischen Medienkonzern Liberty Global übernommen werden. Doch das Bundeskartellamt hat erheblich Bedenken gegen die geplante Übernahme.
Drei große Betreiber beherrschen den Markt
Nach Ansicht des deutschen Kartellamtes würde der Wettbewerb durch den Kauf erheblich eingeschränkt, denn Liberty Global gehört bereits Unitymedia. Damit hat der amerikanische Konzern bereits das Sagen über Deutschlands zweitgrößten Kabelnetzbetreiber. Kabel Baden-Württemberg liegt aufgrund seiner Größe auf Platz Drei des deutschen Kabelnetzmarktes. Bei einer Übernahme hätte Liberty Global somit nach Einschätzung des Bundeskartellamtes ein “marktbeherrschendes Oligopol”.
Aus der Pressemitteilung des Bundeskartellamtes geht hervor, dass es bei dem betroffenen Markt vor allem um die Belieferung von Wohnungsbaugesellschaften gehe. Nach Ansicht des Kartellamtes wird dieser Markt derzeit ohnehin schon von drei großen Betreibern beherrscht, nämlich Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW. Bereits jetzt gäbe es nach Angaben der Wettbewerbshüter in der besagten Region keinen Wettbewerb unter den drei Betreibern. Sollte die geplante Übernahme von statten gehen, sei es noch unwahrscheinlicher, dass die verbleibenden zwei Unternehmen dann in einen Wettbewerb zueinander träten. Für die Verbraucher könnte sich der Markt demnach also nachteilig entwickeln.
Noch keine endgültige Entscheidung
Die Entscheidung der Wettbewerbswächter noch nicht endgültig und die beteiligten Unternehmen können jetzt ihre Positionen darlegen Mitte Dezember soll eine Entscheidung beim Bundeskartellamt fallen.

29. Oktober 2011 - 