In den nächsten Wochen wird das soziale Netzwerk Facebook alle Userkonten auf das neue Timeline-Design umstellen. Bisher hatten Nutzer die Wahl, ob sie die neue Zeitleiste auf ihrer Seite verwenden wollten. Die Datenschützer üben heftige Kritik. Sie sehen in der Einführung der neuen Chronik einen weiteren Schritt in Richtung des “gläsernen Menschen”.
User werden animiert, Daten preiszugeben
Einem Bericht des “Hamburger Abendblattes” zufolge kritisieren die Datenschützer besonders die Tatsache, dass Einträge über einen langen Zeitraum hinweg zurückverfolgt werden könnten. So ist aus der Timeline genau ersichtlich, wann ein User sich mit wem befreundet hat. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar betonte, dass durch die Möglichkeit, alle Lebensdaten einzutragen und diese mit Fotos zu versehen, User dazu animiert würden, viel von sich Preis zu geben. Sie würden Dinge im Netz einstellen, die sie unter anderen Umständen nicht verraten hätten. Besondere Gefahren sieht der Datenschützer bei Kindern und Jugendlichen.
Vor Freischaltung eine Woche Zeit für Änderungen
Facebook führt an, dass jeder User eine Woche Zeit habe, seine Zeitleiste zu bearbeiten bevor diese öffentlich gemacht würde. Wer nicht möchte, dass seine Daten in der Chronik erscheinen kann sie also auch komplett löschen oder die Teile löschen, die er nicht in der Zeitleiste eingeblendet haben möchte.
Wie alle anderen Informationen einer Facebook-Seite auch, können nur die User die Chronik sehen, für die der Accountinhaber das auch freigegeben hat. Vor der Nutzung von Timeline sollten User also noch einmal genauestens ihre Privatsphäreeinstellungen überprüfen.
