In Zukunft sollen die britischen Provider die Vorratsdaten ein Jahr lang speichern. Das berichtete der “Daily Telegraph” in seiner Wochenendausgabe. Nach dem Willen der Regierung sollen Daten über alle Kommunikationsvorgänge, die auch Gespräche über soziale Netzwerke beinhalten, gespeichert werden.
Zugriff auch in Echtzeit möglich
Das Blatt berichtet, dass die Sicherheitsbehörden in Echtzeit Zugriff auf die abgespeicherten Daten bekommen sollten. Dem Bericht zufolge steht das britische Innenministerium bereits seit zwei Monaten in Gesprächen mit den Providern. Es wird damit gerechnet, dass die Pläne im Mai öffentlich gemacht werden.
Die britischen Telekommunikationsanbieter sollen per Gesetz verpflichtet werden, die gewählten Rufnummern, angeschriebene Mailadressen und versandte Kurznachrichten abzuspeichern. Die Inhalte der Gespräche sind davon jedoch nicht betroffen, auch Mails sollen nicht gelesene werden. Es geht dabei lediglich um eine Dokumentation, mit welchen Rufnummern und Mailadressen kommuniziert von einem Anschluss aus kommuniziert wurde. Dazu zählen auch die Gespräche in den Chats der sozialen Netzwerke. Dabei will die britische Regierung in Zukunft wissen, wer mit wem chattet.
Kritiker haben Angst vor Hackern
Berichten zufolge wurden die Pläne gemeinsam mit dem britischen Geheimdienst MI5 und dem Auslandsgeheimdienst MI6 entwickelt.
Nicht bei allen stoßen diese Pläne auf Verständnis. Kritiker befürchten eine umfassende Überwachung, mit der auch Bewegungsprofile erstellt werden könnten, da eine Echtzeitauswertung erlaubt sei. Angst haben die Gegner auch davor, dass sich Hacker zu den von den Providern aufgezeichneten Daten verschaffen könnten. Der “Daily Telegraph” geht davon aus, dass die Providerdaten eine “Goldgrube” für Cyber-Kriminelle sein könnten.

