Die internationale Polizeiorganisation Interpol will stärker gegen die zunehmende Kriminalität im Internet vorgehen. Im Rahmen der Eröffnung einer Konferenz der europäischen Polizeiorganisationen betont Interpol-Präsident Khoo Boon Hui in Tel Aviv, dass 80 Prozent der Cyberkriminalität auf das Konto grenzüberschreitend agierender Banden gingen.
Im Netz wird mehr Geld gestohlen als auf herkömmliche Art

Nach Angaben von Interpol beläuft sich der jährliche Schaden durch die zunehmende Kriminalität im Netz auf inzwischen 750 Millionen Euro. Damit wird im Netz mehr Geld gestohlen, als bei herkömmlichen Diebstählen. In seiner Rede nannte Hui die USA als Beispiel, wo im Jahr 2011 rund 12 Milliarden US-Dollar Schaden durch Cyber-Kriminalität entstanden seien, aber nur 900 Millionen US-Dollar bei normalen Diebstählen erbeutet wurden. Um effektiv gegen die Cyber-Kriminellen vorzugehen wird Interpol im Jahr 2014 nach Angaben Huis ein Zentrum zur Bekämpfung der digitalen Kriminalität einrichten. Dabei sollen Polizisten extra für den Kampf gegen die Netzkriminalität ausgebildet werden.
Nutzung modernster Technologien
In seiner Rede führte Hui aus, dass erst im letzten Monat mehr als 200 Täter festgenommen wurden, die vom Fernen Osten aus einen großem Online-Betrug aufgezogen hätten. Dabei wurden mit Wettseiten im Netz über Kreditkartenbetrug Milliarden US-Dollar ergaunert. Der Interpol-Präsident betonte, dass die Kriminellen von sicheren Orten aus unter Nutzung modernster Technologien Straftaten begehen könnten.

