Kaum hat das soziale Netzwerk Facebook den Börsengang gestemmt, steht Ärger ins Haus. Internetnutzer aus den USA reichten aufgrund der Verletzungen ihrer Privatsphäre eine Sammelklage ein. Berichten zufolge geht es dabei um rund 15 Milliarden US-Dollar Schadenersatz.
Datensammlung nach dem Ausloggen

Insgesamt geht es um 21 Fälle, in denen Facebook die Userdaten auch nach dem Ausloggen der Nutzer noch gesammelt haben soll. Die Schadenersatzsumme sich aus 100 US-Dollar pro Tag und User zusammen, hinzu kommen Anwaltskosten. Maximal sind pro geschädigten User 10.000 US-Dollar Schadenersatz möglich. Konkret geht es um Fälle aus den vergangenen zwei Jahren.
Börsengang enttäuscht Anleger
Facebook nahm durch den Börsengang am Freitag rund 16 Milliarden US-Dollar ein, die Klagesumme beläuft sich also nahezu auf den gesamten Ertrag. Insgesamt wurden die Anleger bei dem riesigen Börsengang des Internetunternehmens enttäuscht. Nach heftigen Schwankungen notierte die Facebook-Aktie am ersten Handelstag zum Börsenschluss in Höhe des Ausgabepreises von 38 US-Dollar. Berichten zufolge sollen auch technische Pannen dazu beigetragen haben, dass der erste Handelstag nicht wie erwartet verlief. Es gab einige Ungereimtheiten bei Kaufaufträgen, die nun durch die Börsenaufsicht untersucht werden sollen. Zuletzt mussten sogar mit Zukäufen dafür gesorgt werden, dass das Papier nicht unter den Ausgabepreis rutschte. Branchenkenner werten das Börsendebüt des Unternehmens eher negativ ein und bezweifeln eine positive Entwicklung der Anteile. Bereits im Vorfeld gab es massive Zweifel daran, ob das noch junge Unternehmen schon 100 Milliarden US-Dollar wert ist. Es bedarf eines kräftigen Wachstumsschubs um Facebook bei dem hohen Unternehmenswert zu halten.

