In Großbritannien kann LTE zu einem Störfaktor des terristischen Fernsehempfangs werden. Diese Befürchtung wird vom Betreiber der britischen DVB-T-Plattform Freeview nachvollziehbar begründet. Dass diese nicht aus der Luft gegriffen ist, wird unter anderem von der Tatsache gestützt, dass sich bereits die britische Regulierungsbehörde und das britische Kulturministerium dieser Problematik gestellt haben.
Gefahr geht von LTE-Nutzung des 800 MHz-Frequenzbereiches aus

In Großbritannien sollen in der nächsten Zeit bei einer Auktion die Frequenzen des 800 MHz-Bereiches an die Mobilfunkunternehmen versteigert werden. Diese können danach mit diesen Frequenzen ihre Mobilfunknetze der vierten Generation betreiben.
Der Umstand an sich ist wenig spektakulär, birgt in Großbritannien jedoch ein nicht von der Hand zu weisendes Risiko, das nach jüngsten Erhebungen bis zu zwei Millionen Haushalte betreffen könnte. Beeinträchtigungen werden beim Empfang des terristischen Digitalfernsehens befürchtet, das unter anderem auch auf den UHF-Bändern IV und V im Frequenzbereich von 474 bis 786 MHz ausgestrahlt wird.
Liegen künftig eine Sendestation für LTE und DVB-T-Empfänger nicht weiter als zwei Kilometer voneinander entfernt, besteht infolge der in unmittelbarer Nähe liegenden Frequenzbereiche die Gefahr auftretender Störungen in den oberen DVB-T-Frequenzbereichen, die bis zum kompletten Ausfall des Senders führen können.
Filter sollen Problem beheben helfen
Das Kulturministerium schlägt den künftig Betroffenen den Einsatz von Filtern vor, die jedoch an besonders kritischen Punkten auch keine Abhilfe schaffen werden. Während geplant ist, die durch den Einsatz von Filtern entstehenden Kosten den Netzbetreibern zu übertragen (die diese allerdings auch an die Kunden weiterreichen werden), steht den übrigen Betroffenen nur ein Wechsel des Übertragungsmediums als Ausweg offen.
Wie hoch die Zahlen der zwei Gruppen von tatsächlich Betroffenen liegen werden und wie wirksam die Filter sind, wird sicher erst nach dem Start der LTE-Netze feststehen.

