Ende November des letzten Jahres gab es mit der Krisenmanagement-Übung Lükex 2011 eine bundeslandübergreifende Übung, bei der Cyber-Angriffe auf staatliche und private Stellen simuliert wurden. Nun hat Hessen als erstes Bundesland einen Bericht über Lükex 2011 veröffentlicht. Entgegen dem positiven Resümee des Bundesinnenministeriums ziehen die Hessen nicht durchweg ein positives Fazit.
Viel Bürokratie ohne Ergebnis
Die Übung soll nach Ansicht der hessischen Fachleute vor allem durch viel Bürokratie geprägt gewesen sei. Dennoch haben alle Beteiligten die Lükex-Übungen nach Angaben des hessischen Staatssekretärs Werner Koch erfolgreich gemeistert und das IT-Krisenmanagement hat Kochs Angaben zufolge einwandfrei funktioniert. Die Fachleute hatten bei der Übung mit dem Zusammenbruch mehrerer IT-Dienste sowie einer völlig verunsicherten Bevölkerung zu kämpfen und mussten geeignete Gegenmaßnahmen treffen.
Mangelnde Nutzung von Social Media
Im jetzt vorgelegten Abschlussbericht wird betont, die eingesetzte Software habe reibungslos funktioniert und auch die Zusammenarbeit der einzelnen Stäbe sei reibungslos verlaufen. In diesem Zusammenhang wurde ein Übermaß an Bürokratie bemängelt, das in keinster Weise eine Bereicherung der Übung gewesen sei. Darüber hinaus lehnten einzelne Beteiligte offenbar eine Kommunikation über Social Media ab und diese wurde nur unzureichend praktiziert. Nach Angaben der Universität Bielefeld sei aber das positive Potential der Wirkung von Social Media nicht zu verkennen. Im jetzt vorgelegten Abschlussbericht werden für die Mitwirkenden daher Schulungen in diesem Bereich angeregt, damit die neuen Medien optimal und effektiv genutzt werden könnten.