Aktuellen Medienberichten zufolge plant der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica den Börsengang der deutschen O2-Tochter. In Madrid teilte das Unternehmen am gestrigen Mittwoch nach einer Verwaltungsratssitzung mit, dass auch das lateinamerikanische Geschäft an die Börse gebracht werden soll.
Hohe Verschuldung abbauen

Telefónica teilte mit, dass die Vorbereitungen für den O2-Börsengang bereits begonnen hätten. Die “Welt” berichtet unter Berufung auf einen Börsenanalysten, die deutsche Tochter könnte zwischen acht und zehn Milliarden Euro wert sein. Der spanische Konzern ist mit rund 57 Milliarden Euro hoch verschuldet, mit dem Börsengang könnte das Unternehmen die Verschuldung minimieren. Auch der Börsengang des gut laufenden Lateinamerika-Geschäftes könnte die Schuldenlast senken.
Deutsches Geschäft läuft gut
Probleme bereitet dem Konzern vor allem der unter der Wirtschaftskrise leidende spanische Markt. In Deutschland hingegen rangiert das Unternehmen auf dem vierten Platz des Mobilfunkmarktes und das Geschäft läuft aufgrund der wachsenden Nutzung von Smartphones sehr gut. Im ersten Quartal des Jahres konnte O2 die Zahl seiner Kunden um 7,1 Prozent auf 18,6 Millionen Kunden steigern. Auch der Gewinn konnte auf 295 Millionen Euro gesteigert werden, das entspricht einem Anstieg von 13 Prozent. Im Heimatland entwickelt sich das Geschäft für Telefónica weniger erfreulich und viele spanische Kunden wählen inzwischen eher einen Billiganbieter. Das Unternehmen subventioniert in Spanien keine Smartphonekäufe mehr. Insgesamt sank der Überschuss im Mutterland im ersten Quartal des Jahres um rund die Hälfte.


