Das Sicherheitsunternehmen Kaspersky Lab hat ein komplexes und hoch entwickeltes Schadprogramm entdeckt. Eigenen Angaben zufolge wurde das Programm namens “Flame” bei einer Untersuchung, die im Auftrag der UNO durchgeführt wurde, gefunden.
Rechner im Nahen Osten betroffen
Das Schadprogramm soll bereits seit fünf Jahren aktiv sein und vor allem im Nahen Osten mehrere Tausend PCs befallen haben. Flame soll neben Stuxnet und Duqu als große Cyberwaffe aktiv sein. Nach Angaben Kasperskys sollen rund 5.000 Computer mit dem Virus befallen sein. Dabei soll es sich vorwiegend um Rechner von Unternehmen und Bildungseinrichtungen handeln, die im Iran, Israel, dem Sudan und Syrien stehen. Nach Angaben von Eugen Kaspersky ist das gefundene Programm deutlich komplexer als alle bisher entdeckten Schädlinge und übertreffe seiner Ansicht nach, alle bisherigen Bedrohungen. Kaspersky hatte ermittelt, dass Flame den Datenverkehr in einem Netzwerk überwachen kann und sogar das Mikrofon eines Rechners aktivieren kann. So könnten Gespräche in der Nähe des betroffenen PCs belauscht werden.
Deutsche Experten sehen keine große Bedrohung
Einem Bericht des “Focus” zufolge sehen deutsche Experten den neuesten Computervirus als nicht so gefährlich und schädlich an, wie es das russische Sicherheitsunternehmen behauptet. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sieht in dem neuen Programm keine Cyber-Superwaffe. Die deutschen Experten bestätigten zwar die Funktionen Flames, betonten aber das Programm sei um Gegensatz zu Stuxnet nichts Besonderes.