Aktuellen Berichten zufolge will die Schufa zukünftig auch bei Facebook und anderen Quellen im Netz ihre Daten sammeln. In einem Bericht von “NDR Info” geht es um ein Web-Forschungsprojekt, mit dem die Schufa und das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik künftig bei einem entsprechenden Forschungsprojekt zusammenarbeiten wollen.
Beziehungen zwischen Personen im Netz nachvollziehen
Der NDR berichtet von vertraulichen Dokumenten aus denen hervorgeht, dass die Schufa in Zukunft auch diverse Quellen im Internet anzapfen wird, um an relevante Informationen zu gelangen. So sei es beispielsweise denkbar, bei der Prüfung einer Kreditwürdigkeit die Beziehung bestimmter Personen untereinander zu prüfen. Auch im beruflichen Netzwerk Xing könnten Informationen über Arbeitgeber und Lebenslauf eines Kreditantragstellers gesammelt werden. Bislang greift die Schufa für ihre Analysen vor allem auf Daten zurück, die angeschlossene Kreditinstitute oder andere angeschlossene Partner übermitteln. Aus den vorliegenden Daten wird ein bestimmter Scoring-Wert über die angefragte Person erstellt, aus dem dann letztlich eine Beurteilung über die Kreditwürdigkeit erfolgt.
Datenschützer haben große Bedenken
Bei den Datenschützern löste die Ankündigung große Bedenken aus. Der NDR berichtet, der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert sehe die Pläne als eine “völlig neue Dimension”. Auch die rechtliche Durchsetzbarkeit des Vorhabens zweifelte Weichert an. Auch bei der Verbraucherzentrale sprach man dem NDR zufolge von einer “Grenzüberschreitung”.
Die Schufa hingegen sieht in dem Projekt die Möglichkeit, zu durchleuchten, wie sich das Web als Informationsquelle eigne. Die Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt sollen Berichten zufolge im September veröffentlicht werden.
