Wenn es nach dem Willen der europäischen Provider geht, so sollen Kunden künftig für schnellere Datenübertragungen zur Kasse gebeten werden. Der Verband der europäischen Netzbetreiber ETNO möchte diesen Vorschlag bei der Jahrestagung der International Telecommunications Union ITU, einer Unterorganisation der UNO, im Dezember diskutieren.
Qualität kostet Geld
Die Idee der Provider, unter denen sich auch die Deutsche Telekom befindet, ist, dass Kunden, die mehr Geschwindigkeit wünschen und eine schnellere Weiterleitung ihrer Daten präferieren, dafür auch tiefer in die Tasche greifen müssen. Im Vorschlag der Provider geht es nicht nur um die reinen Datenmengen sondern auch um die Qualität der Weiterleitung. Wenn einige Angebote in entsprechender Qualität zur Verfügung gestellt werden sollten, so muss dies nach Meinung des Verbandes auch bezahlt werden. Mit dem Vorstoß wird die Netzneutralität in Frage gestellt und quasi ein zweiklassiges Netz gefordert.
Wollen Provider nur verdienen?
In einer Mitteilung der ETNO heißt es, dass neue Verbindungsregeln definiert werden könnten, wenn einer “qualitätsbezogenen Auslieferung” zugestimmt würde. Kritiker meinen allerdings, dass es den Providern nicht vordringlich um eine Sicherstellung der Qualität ginge sondern vor allem darum, mit der neuen Regelung entsprechend zu verdienen.
Im Dezember wird die ITU auf ihrem Jahreskongress in Dubai über den Betrieb der “internationalen Telekommunikation” diskutieren. Dabei werden rund 1.000 Vertreter aus den Mitgliedsstaaten und aus der privaten Wirtschaft sowie Wissenschaftler über die neuen Regelungen sprechen.
