Den zurückliegenden Monat Juli 2012 nutzte der Mobilfunkanbieter E-Plus zu einem erfolgreich verlaufenden Test auf dem Weg zu eigenen LTE-Netzen. Der Probelauf fand in Bonn statt und wurde unter Verwendung mehrerer Sendestationen des schwedischen Unternehmens Ericsson im Zusammenspiel mit Kernnetz-Komponenten des chinesischen Telekommunikationsausrüsters ZTE durchgeführt.
Die dabei erfolgte Datenübertragung fand im Frequenzbereich von 1.800 MHz statt, genau der Frequenz, von der E-Plus bei der Auktion im Jahr 2010 das größte Spektrum ersteigert hatte.
Im Vordergrund steht die optimale Nutzung des Internet

LTE Antenne
Während die Konkurrenten von E-Plus den Mobilfunkstandard LTE bereits einige Zeit als “kundentauglich” in Form ihrer Tarife und der zugehörigen Hardware anbieten, hält sich E-Plus damit weiter zurück. Dies bringt auch eine Äußerung des Chief Technology Officers der E-Plus Gruppe Markiewicz zum Ausdruck, der die Zurückhaltung seines Unternehmens im Wettbewerb wie folgt begründet: Man werde LTE erst dann seinen Kunden anbieten, “…wenn die Technologie massenmarktfähig ist und eine signifikante Verbrauchernachfrage absehbar ist”.
Nach Ansicht von E-Plus sei es gegenwärtig auch ohne LTE möglich, den Kunden mit ihren unterschiedlichen Endgeräten jederzeit eine optimale Nutzung des Internet anzubieten. Dabei seien Downloadgeschwindigkeiten mit bis zu 100 MBit/s gegenwärtig und in naher Zukunft weitestgehend überflüssig.
Wie zielführend ist der von E-Plus gewählte Weg?
Trotzdem will E-Plus die mit LTE erreichbaren enorm hohen Bandbreiten nicht aus den Augen verlieren. Das bestätigen auch die durchgeführten Tests in den Frequenzspektren von 2.100 und 2.600 MHz und das in Zusammenarbeit mit Nokia-Siemens betriebene “Kunden-Labor” an der TU Chemnitz.
Die dabei gesammelten Erkenntnisse und Erfahrungen, die sich weitestgehend an den tatsächlichen Anforderungen der Kunden orientieren, sollen E-Plus dazu verhelfen, den LTE-Standard erst dann anzubieten, wenn Störungen, Verbindungsabbrüche und verfügbare unzureichende Bandbreiten als “Kinderkrankheiten” dieser Technik abgestellt sind, die dafür notwendigen technischen Herausforderungen gemeistert sind und bezahlbare Endgeräte in einer größeren Auswahl zur Verfügung stehen.
