Die Deutsche Telekom plant eine Aufrüstung ihrer Netze, so dass Verbraucher mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s durchs Internet surfen können. Damit soll vor allem die Konkurrenz durch die Kabelnetzbetreiber gestoppt werden, bei denen diese Geschwindigkeiten bereits üblich sind.
Konkurrenz der Kabelnetzbetreiber stoppen

Glasfaserkabel der Telekom
Quelle: telekom.com
Die Telekom bietet mit VDSL bereits 50 Mbit/s in rund 50 deutschen Großstädten. Nun berichtet die “Wirtschaftswoche”, das Angebot solle auf das gesamte TV-Kabelnetz ausgeweitet werden. Nach einer Verlegung der Glasfaserkabel bis zu den Verteilerschränken könnte das Angebot dann für 20 Millionen Haushalte verfügbar sein. Bisher können 11 Millionen deutsche Haushalte das VDSL-Angebot der Telekom nutzen. Das Magazin berichtet, das Telekommunikationsunternehmen kalkuliere mit einem Kostenaufwand von bis zu sechs Milliarden Euro. Dem gegenüber ständen Investitionskosten von mehr als 80 Milliarden Euro, wolle man in ganz Deutschland Glasfaserleitungen verlegen.
Einsatz eines neuen Übertragungsverfahrens
Bei der Aufrüstung der Telekom-Netze könnte der “Wirtschaftswoche” zufolge auch ein neues Übertragungsverfahren eingesetzt werden, das eine schnellere Datenübertragung ermöglicht. Aktuell wird das VDSL-Verfahren von Alcatel-Lucent von der Deutschen Telekom geprüft. In einer Pressemitteilung der Telekom heißt es, das Unternehmen wolle die Geschwindigkeiten durch einen Mix aus Glasfaser, VDSL und der neuen Breitbandtechnologie LTE steigern. Damit will das Bonner Unternehmen dem Angebot der Kabelnetzbetreiber entgegentreten, die bisher anderen Unternehmen Zugriffe auf das eigene Netz verweigern.
Parallele Mediennutzung nimmt zu
Die Übertragungsgeschwindigkeiten werden zunehmend wichtiger, denn viele Verbraucher nutzen inzwischen TV und Internet gleichzeitig. Aktuellen Meldungen zufolge verwenden rund 13 Prozent aller Internetuser die Medien parallel. Diese Art der Nutzung wird als “Second Screen” bezeichnet. Dabei verwenden die jüngeren Leute unter 30 Jahren vorwiegend Smartphones um online zu gehen, während die ältere Altersgruppe bis zu 49 Jahren den Einsatz eines Tablet-Rechners präferiert.

