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Iran will eigenes Internet einführen

News Politik // Johanna // 25. September 2012

Im Iran wurden bereits einige Filter integriert, die unerwünschte Inhalte im Internet ausblenden. Nun möchte man allerdings noch einen Schritt weiter gehen und ein vom Rest der Welt abgekoppeltes Internet-System ins Leben rufen und den Online-Riesen Google blockieren. Iraner befürchten bereits jetzt eine erneute Verstärkung der Internet-Kontrolle durch den Staat.

Eigenes System geplant

Wie nun bekannt wurde, möchte die islamische Republik künftig auf ein komplett eigenes System bezüglich des World Wide Webs setzen. Im Zuge dessen werden Seiten, wie etwa Google, vollkommen gesperrt sein. Nach eigenen Aussagen soll das Ziel eine Verbesserung des Internets sein, wie die verantwortlichen Behörden am vergangenen Sonntag verlauten ließen. Die bereits von Zensur und weiteren Einschränkungen im Land geplagten Iraner fürchten hingegen einen anderen Hintergrund hinter den Plänen der Regierung. Die Blockade des Internets soll bereits auf das Jahr 2009 zurückgehen, als Regierungsproteste über das Internet organisiert worden seien. Damals waren es Youtube und Facebook, die als Plattformen für die Kommunikation her hielten. Eine iranische Nachrichtenagentur bestätigte nun jedoch, dass die geplante Google-Blockade vielmehr mit dem erst vor kurzem an die Öffentlichkeit gedrungenen Mohammed-Schmähvideo zusammenhängt.

Hinzu kommen Vorwürfe der Regierung in Teheran, dass der Westen über das Internet einen inoffiziellen Krieg führen würde, der die Regierung im Land schwächen solle. Dies sei der Hauptgrund, warum man in mehreren kleinen Schritten ein von der Außenwelt abgekoppeltes “iranisches Internet” zur Verfügung stellen möchte. Bereits vor gut zwei Jahren entschied man sich dazu, die eigene Internet-Sicherheit in entscheidendem Maß zu erhöhen, wobei ein Sabotage-Angriff auf die Atom-Bemühungen stattgefunden hatte.

Google soll gesperrt werden

Im Mai dieses Jahres kündigte man dann seitens der islamischen Republik an, rechtliche Schritte gegen den Suchmaschinen-Riesen Google in die Wege zu leiten, nachdem man im Hause Google die Bezeichnung “Persischer Golf” aus Google Maps streichen ließ.

Die Zensur-Arbeiten im Iran scheinen indes in vollem Gange zu sein. So wurde bereits am gestrigen Tag der Google-E-Mail-Dienst Gmail gesperrt und lediglich der Zugriff auf die Google-Suchmaschinen-Seite ermöglicht. Die Regierung äußerste sich in diesem Fall dahingehend, dass die eigenen Bürger die Filterung gefordert haben und man nur deren Wunsch nachgekommen sei. Ob dies der Wahrheit entspricht, darf berechtigterweise bezweifelt werden.

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