In den USA ist es nun auch Privatpersonen möglich, mit Promoted Posts die Reichweite ihrer Beiträge zu erhöhen. Eine für Facebook äußert lukrative Geschäftsidee, aber Kritiker sehen Facebooks Kultur des sozialen Miteinanders in Gefahr.
Nur etwa 12 Prozent aller Facebook-Freunde nehmen im Schnitt ein Status-Update wahr. Wer möchte, dass seine Einträge beim weltweit größten sozialen Netzwerk häufiger gelesen werden, kann in Zukunft nachhelfen. Promoted Posts heißt das Feature, das Facebook nun auch Privatpersonen bietet. Vorerst ist diese Option auf einen Teil der amerikanischen Facebook-Nutzer beschränkt.
Mehr Aufmerksamkeit durch Bezahlung

Promoted Posts sind Einträge, die im News-Feed befreundeter Facebook-Nutzer weiter oben erscheinen und somit kaum zu übersehen sind. Fanseiten können dieses Feature bereits seit Mai diesen Jahres nutzen, und nun ist es auch Privatpersonen möglich, die Popularität ausgewählter Facebook-Einträge mittels der Promoted-Post-Option zu erhöhen.
7 Dollar kostet das neue Feature, das allen Facebook-Usern mit weniger als 5000 Freunden offensteht und über einen Promote-Button, der sich neben den bekannten Schaltflächen zum Kommentieren, Liken und Teilen eines Eintrags befindet, genutzt werden kann. Ob der gewünschte Effekt tatsächlich eintritt, kann anschließend mit Hilfe einer kleinen Übersicht überprüft werden, die Informationen darüber enthält, um wie viel häufiger der Beitrag im Vergleich zu einem gewöhnlichen Status-Update gesehen wurde.
Höherer Erlös pro Kunde
Für Facebook könnte sich die Promoted-Post-Option für Privatpersonen als lukratives Geschäft erweisen. Beträgt der derzeitige Erlös pro Kunde etwa 9,50 US-Dollar, so könnte er fast verdoppelt werden, wenn jeder Facebook-Nutzer diese Option auch nur einmal pro Jahr nutzt. Kritiker stehen dem neuen Bezahl-Feature allerdings skeptisch gegenüber und sehen das soziale Miteinander auf der Social-Media-Plattform in Gefahr. Wenn es möglich wäre, Aufmerksamkeit auf Facebook zu kaufen, könnte aus dem sozialen Netzwerk zunehmend eine Selbstdarstellungsplattform werden, so die Argumentation.

