Immer wieder werden derzeitige und künftige Nutzer vor allem von Smartphones davon überrascht, wenn neue Geräte angekündigt werden, die zwar den neuen Mobilfunkstandard 4G in Form von LTE unterstützen, sich dann jedoch herausstellt, dass die drei in Deutschland bislang Verwendung findenden LTE-Frequenzbänder nicht oder nur zum Teil von dem betreffenden Smartphone unterstützt werden.
Aktuellstes Beispiel liefert dafür Apples iPhone 5, das lediglich das von der Telekom in den Städten verwendete Frequenzband von 1800 MHz unterstützt.
Unübersichtliche weltweite Frequenzlandschaft

LTE-Mast
So sind gegenwärtig im Bereich zwischen 700 und 2660 MHz weltweit 44 verschiedene Frequenzbänder in unterschiedlichen Ländern für den LTE-Betrieb festgelegt. Die Ursache hierfür ergibt sich in den meisten Fällen aus der bisherigen Verfügbarkeit dieser Frequenzen in den jeweiligen Ländern.
So ist es kaum verwunderlich, dass die Hersteller LTE-fähiger Modelle sich an den Frequenzen orientieren, die weltweit am häufigsten vorkommen. Bisher wurden mit den LTE- Versionen der Spitzenmodellen von Apple und Nokia jeweils maximal fünf verschiedene Frequenzen unterstützt. Ein Roaming dürfte damit bei LTE vorerst gar nicht möglich sein.
800 MHz eignet sich besonders zur Versorgung großer Flächen
Die sich um die unterschiedlichen LTE-Frequenzbereiche rankenden Problemfelder erhalten eine zusätzliche Brisanz aus der Tatsache, dass die Frequenzen mit unterschiedlich langen Wellen funken. So breiten sich die reichlich 10 Zentimeter langen Wellen der 2600 MHz-Frequenz bei weitem nicht so gut aus, wie die knapp 40 Zentimeter langen Wellen des 800 MHz Bandes.
Daraus leitet sich die Regel ab, dass niedrige Frequenzen gut große Flächen versorgen können, während 1800 und 2600 MHz sich für den Einsatz in Ballungsgebieten besser eignen.
Wollte man also alles an einem Standort realisieren, müssten diese Basisstationen in Deutschland mit allen drei Frequenzbereichen ausgestattet werden.
