Die privaten Nutzer des Filehosters Megaupload dürfen auf einen baldigen Zugang zu ihren Daten hoffen, die seit nunmehr acht Monaten geblockt sind. Ein US-Gericht hat angekündigt, die Situation klären zu wollen und den größten Teil der gesperrten Datensätze wieder freizugeben.
Die Netz-Aktivisten der Organisation Electronic Frontier Foundation (EFF) bezeichneten die Ankündigung der US-Justiz als erfreulichen, wenn auch “längst überfälligen Schritt”.
Megaupload im Januar vom Netz genommen
Der Filehoster wurde im Januar dieses Jahres von den amerikanischen Behörden vom Netz genommen, weil sich zahlreiche eigentlich urheberrechtlich geschützte Dateien in seinen Speichern befanden.
Vorsorglich blockierten die Amerikaner damals alle Daten und verwehrten damit auch Tausenden von Privatnutzern, die von Arbeitspräsentationen bis zu Homevideos jede erdenklich Form von Daten dort gespeichert hatten, den Zugang. Die neuseeländische Polizei durchsuchte die Villa des Megaupload-Besitzers Kim Schmitz (“KimDotCom”) und verhaftete diesen wenig später.
Vermittlungsversuche scheiterten
Bislang hatte die amerikanische Justiz versucht, mit allen Beteiligten durch Vermittlungen und Verhandlungen eine Regelung zu erzielen, durch die private Nutzer wieder Zugriff auf ihre Daten gewinnen könnten. Diese lagern mittlerweile auf mehr als 1000 Servern des Internet-Unternehmens Carpathia Hosting. Vor allem amerikanische Geschäftsleute hatten in der Vergangenheit stark drauf gedrängt, endlich wieder auf die eigenen Daten zugreifen zu dürfen. Sie blitzten in den Verhandlungen aber vor allem an der MPAA (Verband der Filmindustrie) ab, die befürchtete, bislang nicht entdeckte Urheberrechtsverletzungen könnten so vertuscht werden. Nun wird als ein Gericht entscheiden, wie der Zugriff geregelt wird.
