Die Bundesdrogenbeauftragte hat nun vor einer zunehmenden Internet-Sucht gewarnt. Die Zahl der Menschen, die von Online-Spielen, Sozialen Netzwerken und Cybersex abhängig sind, soll stetig ansteigen, erklärte Mechthild Dyckmans.
560.000 Internetsüchtige im Vorjahr in Deutschland

Einer Studie im Auftrag der Bundesdrogenbeauftragten zufolge gelten geschätzte 560.000 Menschen als abhängig vom Internet. Diese Zahlen beziehen sich auf eine Erhebung aus dem Jahr 2011 und berücksichtigen Menschen zwischen 14 und 64 Jahren. Inzwischen sind sogar in fünf deutschen Städten Spezialambulanzen und Beratungseinrichtungen für Internetsüchtige eingerichtet worden. Am morgigen Dienstag, den 9. Oktober 2012, berät Dyckmans mit Fachleuten über die neuesten Erkenntnisse der pathologischen und exzessiven Computerspiel- und Internetsucht.
Mädchen verstärkt süchtig nach Facebook, Twitter und Co.
Die Studie der Universitäten Greifswald und Lübeck lieferten hierbei erwartete und durchaus auch überraschende Ergebnisse. Der Gesamtanteil der Deutschen zwischen 14 und 64 Jahren, der internetsüchtig ist, beträgt demnach ein Prozent, weitere 4,6 Prozent wurden mit einem problematischen Internetkonsum registriert. Bei den 14- bis 24-jährigen liegt dieser Wert wenig überraschend höher: 2,4 Prozent Abhängige und 13,6 Prozent problematische Internet-User.
Durchaus überraschend ist allerdings die Verteilung zwischen Mädchen und Jungen. Der Studie zufolge sind nämlich bei den 14- bis 16-jährigen wesentlich mehr Mädchen (4,9 Prozent) als Jungen (3,1 Prozent) internetsüchtig. Die jungen Mädchen nutzen dabei über den heimischen Festnetzanschluss oder über das Smartphone und Handy mobile insbesondere die Sozialen Netzwerke (77,1 Prozent) exzessiv. Bei den Jungen spielen diese mit 33,6 Prozent hingegen weniger eine Rolle.
Internetgemeinde zeigt wenig Verständnis
Die aktuelle Hysterie rund um diese verstärkte Internetsucht wird im weltweiten Netz selbst hingegen verspottet. So warnen Online-Journalisten und Blogger vor einer Pathologisierung einer kompletten Generation. Beispielsweise entgegnete der Spiegel-Kolumnist Sascha Lobo diesen neuesten Warnungen mit den Worten: “Eure Internetsucht ist unser Leben.”


