Im vergangenen Jahr kostete die Internet-Kriminalität die Schweiz 950 Millionen Franken – rund 785 Millionen Euro. Aus diesem Grund plant der Kanton Zürich nun eine Vervierfachung der Ermittler im Internet bis zum Jahr 2015.

In ganz Europa wird der wirtschaftliche Schaden durch Internetkriminalität von der Interpol laut einem aktuellen Bericht der Schweizer Zeitung Tagesanzeiger im Jahr 2011 auf rund 750 Milliarden Euro taxiert. Dabei verüben internationale Banden vier von fünf Delikten. Symantec kommt zu der Einschätzung, dass es im deutschen Nachbarland Schweiz rund 950 Millionen Franken sind, die Kriminelle im Internet verursachen. Dies erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt von Zürich, Andreas Brunner.
Die Aufstockung des Züricher Personals im Details
Aus diesem Grund will der Kanton Zürich nun seine Mitarbeiter im Kampf gegen die Cyberkriminellen ordentlich aufstocken. Spätestens im Jahr 2015 sollen vier Staatsanwälte, 20 Polizeibeamte und zwölf Informatikexperten zum Einsatz kommen – dies wäre vier Mal so viel Personal wie aktuell. Die Personalrekrutierung hat laut Brunner bereits begonnen.
Allerdings hat der Regierungsrat erst sieben der Arbeitsplätze bewilligt, ferner kommen zwei Mitarbeitende der Stadtpolizei hinzu. Darüber hinaus forderte der Leitende Oberstaatsanwalt der Hauptstadt in der Schweiz eine zentrale Bundesstelle im Kampf gegen die Internet-Kriminalität. Diese sollte die Ermittlungen in dem Sektor operativ leiten. Momentan gebe es weder eine nationale, noch eine internationale Koordination.
Unbefugte Datenbeschaffung immer mehr verbreitet in der Schweiz
Eines der häufigsten Delikte im Bereich der Internetkriminalität in der Schweiz ist die unbefugte Datenbeschaffung. Hier hat sich die Anzahl der Vorkommnisse innerhalb eines Jahres vervierfacht. Dagegen ist Anzahl der aufgeklärten Fälle diesbezüglich von 40 auf nur noch elf Prozent gesunken.
Grundsätzlich fasst der Begriff der Internetkriminalität sämtliche Fälle zusammen, die über moderne Informationstechnologie ausgeführt werden. Neben dem Datenklau, dem Betrug oder der Wirtschaftsspionage gehören hier auch Kinderpornografie oder der unerlaubte Medikamentenhandel und verbotenes Glücksspiel dazu.

