Der Deutsche Verband für Telekommunikation und Medien, DVTM, geht von Millionenverlusten durch die Einführung der kostenlosen Warteschleifen aus. Man geht davon aus, dass die erforderliche Anpassung der Servicerufnummern für die deutsche Wirtschaft teurer wird als die Einführung des Euro.
Für Unternehmen teurer als die Euro-Einführung

Vor allem die im Zusammenhang mit der Umstellung der Servicerufnummern entstehenden Kosten machen der Wirtschaft zu schaffen. Alle Unterlagen wie Visitenkarten oder Kundenbroschüren müssen nach Angaben des DVTM überarbeitet werden und mit der aktuellen Servicerufnummer versehen werden. Die dabei entstehenden Kosten fallen nach Ansicht von DVTM-Vorstandes Renatus Zilles für die Unternehmen deutlich höher aus, als die Kosten, die im Zusammenhang mit der Euro-Einführung entstanden sind.
Branchenlösung wird angestrebt
Gemeinsam mit der Bundesnetzagentur soll jetzt unter allen Beteiligten an einem Runden Tisch am 29. Oktober geklärt werden, wie die Umsetzung der kostenlosen Warteschleife nachhaltig umzusetzen ist. Dabei sollen vor allem die betroffenen Unternehmen Gelegenheit zur Situationsbeschreibung erhalten. Angestrebt wird nach Angaben des DVTM eine einheitliche Branchenlösung. Zilles warnt vor Einzellösungen der Unternehmen und sieht in diesem Fall Arbeitsplätze und Investitionen gefährdet.
Unter anderem wird das sogenannte “BoVa-Modell” diskutiert werden. Mit dieser IT-Lösung könnten nach Ansicht des DVTM die Umstellungsvorgaben erfüllen ohne dass teure Investitionskosten erforderlich werden.
Bundesnetzagentur ahndet Verstöße
Warteschleifen müssen aufgrund der Novellierung des Telekommunikationsgesetzes seit dem 1. September 2012 kostenlos sein. Dabei erfolgt die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben in zwei Stufen: Zunächst sind ab sofort die ersten zwei Minuten in der Warteschleife kostenlos. Danach muss der Anrufer entweder verbunden werden oder die Verbindung muss getrennt werden. Ab dem 1. Juni 2013 müssen die Unternehmen für komplett kostenlose Warteschleifen sorgen. Die für die Überwachung zuständige Bundesnetzagentur hatte bereits im August angekündigt, Verstöße gegen die kostenlosen Warteschleifen zu ahnden und Bußgelder zu verhängen.


