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Microsoft droht Milliardenstrafe durch die EU

News // Tony // 24. Oktober 2012

Der US-Softwaregigant Microsoft hat entgegen seiner Zusagen zum Teil keine freie Browserwahl in seinem Betriebssystem Windows 7 angeboten. Aus diesem Grund droht dem Unternehmen aus Redmond nun eine Strafe in Milliardenhöhe durch die EU.

Bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes werden fällig

Dies teilte nun die EU-Kommission nach einer zuvor erfolgten Überprüfung mit. Demnach werden Microsoft unlautere Geschäftspraktiken vorgeworfen. Der Softwaregigant soll seine Zusage nicht eingehalten haben, dass Nutzer von Windows eine Auswahl erhalten, die alternative Web-Browser neben dem Internet Explorer enthalte. Somit wird nun eine Strafe in Höhe von maximal zehn Prozent des jährlichen Umsatzes fällig. Demnach könnte die Geldbuße bei fast 7,4 Milliarden US-Dollar liegen. Dies sind umgerechnet 5,7 Milliarden Euro.

Die EU hat Microsoft nach eigenen Angaben bereits schriftlich über die Vorwürfe informiert. Innerhalb von vier Wochen hat der Konzern nun Zeit, den obersten europäischen Wettbewerbshütern eine Stellungnahme zukommen zu lassen. Anschließend wird die EU-Kommission das Strafmaß verkünden. Microsoft kündigte bereits an, dass die Untersuchung sehr ernst genommen werde. Eine Kooperation mit der EU erfolge, zugleich sprach der Konzern schon von einem Fehler und entschuldigte sich hierfür.

Zentrale Auflage aus Kartellverfahren nicht eingehalten

Den Informationen der EU-Kommission zufolge verstößt Microsoft gegen eine der zentralen Auflagen aus dem Kartellverfahren, das im Jahr 2009 gestartet wurde. Damals gab es das Versprechen der Redmonder, bis zum Jahr 2014 nicht nur den Internet Explorer für Windows-User zur Verfügung zu stellen. Alternativ dazu muss auch eine Auswahl von weiteren Internet-Browsern von Konkurrenzunternehmen angeboten werden.

Entgegen der Zusage allerdings kam die Software-Aktualisierung Service Pack 1 für Windows 7 ohne den entsprechenden Auswahlbildschirm zur freien Wahl des Browsers daher. Somit konnten gut 28 Millionen Verbraucher zwischen Februar 2011 und dem Juli 2012 nicht eine freie Auswahl des Browsers treffen.

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