Mit der zunehmenden Nutzung moderner LTE-fähiger Smartphones und von LTE-Routern mehren sich die Stimmen, die vor zunehmenden, massiv auftretenden Störungen vor allem beim digitalen Kabelfernsehen warnen.
Mangelhafte Abschirmung der Endgeräte als Hauptursache erkannt

LTE Antenne
Der Fachverband Rundfunk- und Breitbandkommunikation FRK, in dem ein Großteil der kleinen und mittelständischen Kabelnetzbetreiber organisiert ist, äußert in einer Pressemitteilung große Bedenken an einer „massiven Erhöhung des Störaufkommens, verursacht durch die … zum TV-Empfang in den Kundenhaushalten eingesetzten, ungenügend abgeschirmten Endgeräte.” Diese Situation entsteht bei der Nutzung gemeinsamer Frequenzen für die Übertragung von TV-Signalen durch die Kabelnetzbetreiber und von LTE-Signalen durch die Mobilfunkunternehmen.
Der dabei kritische Frequenz-Bereich liegt zwischen 790 und 862 MHz. Auf die zunehmende Verbreitung von LTE in diesem Bereich reagieren Set-Top-Boxen und Kabelmodems infolge ungenügender Abschirmung mit einer zunehmenden Störanfälligkeit. Obwohl Neuregelungen eine korrekt installierte Abschirmung dieser Geräte zur Sicherung eines störungsfreien Empfangs verlangen, seien viele ältere Geräte damit nicht ausgestattet.
Erweiterung des Störpotentials wird mit der Digitalen Dividende II erwartet
Die für das Jahr 2015 erwartete Digitale Dividende II, bei der Frequenzen im Bereich von 694 bis 790 MHz für die Mobilfunkbranche freigegeben werden sollen, lässt eine weitere Verschärfung dieser Problematik erwarten.
In einem Schreiben an den Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler weist der FRK darauf hin, dass die sich daraus ergebenden Störpotentiale einen ganzen Wirtschaftszweig gefährden könnten, der gegenwärtig 36.000 Beschäftigte vorzuweisen hat. Kunden, die künftig mit zunehmenden Störungen konfrontiert würden, könnten gegenüber ihren bisherigen Kabelnetzbetreibern den Empfang über Satellit oder IPTV vorziehen, der mit diesem Störpotential nicht belastet sei.

