Laut einer Studie der BITKOM sind die bei den Verbrauchern beliebten schnellen Datendienste des Mobilfunks dabei, die Mobilfunkanrufe von ihrer bisherigen Führungsrolle in der Telekommunikation abzulösen.

Immerhin können die Datendienste seit 2009 auf jährliche zweistellige Wachstumsraten verweisen. Diese haben dazu geführt, dass sie 2013 zu einem Umsatz von 9,4 Milliarden Euro führen werden.
Auf der anderen Seite hat sich der mit Mobilfunkanrufen erbrachte Umsatz seit 2005 von damals 19,1 Milliarden Euro auf voraussichtlich 11,9 Milliarden Euro in 2013 reduziert.
Da sein Rückgang gegenüber dem vorhergehenden Jahr bei sieben Prozent liegt, ist davon auszugehen, dass in etwa zwei Jahren die Umsätze aus den Datendiensten die aus der Sprachtelefonie überholen werden.
Dass diese Entwicklung gegenwärtig weltweit zu verzeichnen ist, belegt das für dieses Jahr prognostizierte globale Wachstum bei den Datengeschäften um 15 Prozent auf 288 Milliarden Euro.
LTE forciert diese Entwicklung
Vor allem die rasante Verbreitung des Mobilfunkstandards LTE, mit der die Nutzung von Smartphones und Tablets für Anwendungen in sozialen Netzwerken, der Cloud und beim Videostreaming befördert wird, bescheren den mobilen Datendiensten einen Wachstumstrend, der sich noch weiter erhöhen dürfte.
Im Zusammenhang damit kritisiert der Präsident der BITKOM, Jens Schulte-Bockum jedoch die regulatorischen Eingriffe des Staates, die zunehmend zur schwindenden Rentabilität der Sprachdienste führen. Damit würden letztendlich den Telekommunikationsanbietern dringend benötigte Mittel für weitere Investitionen im Netzausbau entzogen. Allein zur Bewältigung der bis 2015 anfallenden Datenmengen sind von den Netzbetreibern bis zu zehn Milliarden Euro in den Netzausbau zu investieren.
Im Hinblick auf die zu erwartende Vergabe weiterer GSM- und UMTS-Frequenzen fordert Schulte-Bockum die Bundesnetzagentur auf, auf der Basis eines zu erarbeitenden Gesamtkonzeptes für die nächsten 15 Jahre für eine langfristige Planungssicherheit zu sorgen.

