Internetanbieter wechseln - auf was müssen Sie achten?

Der Wechsel des Internetanbieters kann die verschiedensten Ursachen haben, z. B. Unzufriedenheit mit dem aktuellen Anbieter, günstigere Tarife bei anderen Anbietern, ein verändertes Surf- und Telefonieverhalten oder schlicht und einfach ein Umzug.

Was brauche ich?

Bevor man sich einem neuen oder anderen Anbieter zuwendet, sollte man sich zuerst darüber im Klaren sein, was man mit dem Anschluss anstellen möchte bzw. was genau benötigt wird. Eventuelle zukünftige Bedürfnisse sollte man ggf. mit berücksichtigen, da manche Anbieter eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten haben.

Die Fragen, die Sie sich stellen sollten, sind z. B. folgende:

  1. Wie schnell soll mein Internetanschluss sein?
  2. Benötige ich eine Telefonflatrate ins Festnetz oder sogar ins Ausland (wenn letzteres, in welches Land bzw. in welche Länder genau)?
  3. Soll digitales Fernsehen im Angebot enthalten sein?
  4. Kommt ggf. ein Kabelanschluss statt eines herkömmlichen Anschlusses in Frage?
  5. Wie wichtig ist mir der Service des Anbieters? Bin ich bereit, ggf. eine kostenpflichtige Hotline-Nr. anzurufen?
  6. Ist eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten akzeptabel für mich? Oder möchte ich mich in ein paar wenigen Monaten erneut umschauen und ggf. umentscheiden?

Wie schnell soll mein Internetanschluss sein?

Wie schnell der Internetanschluss sein soll, hängt in erster Linie vom eigenen Surfverhalten ab. Möchte man z. B. nur hin und wieder einzelne Seiten abrufen, Emails schreiben und empfangen und etwas online shoppen, so reicht in der Regel ein Anschluss mit 6.000 kbit/s völlig aus.

Legt man allerdings auch Wert auf schnelle Downloads, so empfiehlt sich ein Tarif mit einer höheren Bandbreite (z. B. DSL 16.000 oder höher). Kommt dann noch digitales Fernsehen dazu, kommt evtl. (je nach Anbieter) ein VDSL-Anschluss in Frage.

Benötige ich eine Telefonflatrate ins Festnetz oder sogar ins Ausland?

Wer häufig telefoniert hat möglicherweise Interesse an einer Telefonflatrate. Diese Flatrates kosten meist nur einen geringen Aufpreis (zwischen 5 und 10 Euro monatlich).

Beispiel: Bei einem Minutenpreis von ca. 3 Cent kosten 4 Stunden Telefonie 7,20 Euro. Ab dieser Gesprächsdauer (die durch Gespräche mit Familie und Freunden schnell zusammenkommen) lohnt es sich dann also unter Umständen schon, eine Telefonflatrate dazu zu buchen.

Viele Internetanbieter bieten auch Telefonflatrates ins Ausland an. Dabei gibt es oft verschiedene Gruppierungen, z. B. eine Flatrate für Teile Europas oder für ganz Europa, für die USA & Kanada usw.
Je nachdem, ob Sie Freunde und/oder Familie im Ausland haben, könnte also auch eine solche Auslandsflatrate mit in Frage kommen.

Soll digitales Fernsehen im Angebot enthalten sein?

Digitales Fernsehen ist insbesondere bei den VDSL-Angeboten (Entertain Comfort) von T-Home sowie bei den 3 großen Kabelanbietern Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW (je nach Tarif) enthalten.

Auch andere Anbieter setzen bereits teilweise auf solche sogenannten TriplePlay Angebote (Internet, Telefon und TV von einem einzigen Anbieter). Bei diesen Anbietern sind diese TriplePlay-Tarife aber nicht flächendeckend verfügbar.

Generell kann man derzeit alle Tarife auch ohne zusätzliches Digitalfernsehen bestellen. Im Preis macht sich der Ausschluss der TV-Option aber nicht immer bemerkbar – bei manchen Anbietern sind die Tarife für ein Paket mit und ohne Digital-TV gleich.

Kommt ein Kabelanschluss statt eines herkömmlichen Anschlusses in Frage?

Ein Kabelanschluss wird hauptsächlich von den 3 großen Kabelgesellschaften in Deutschland angeboten: Kabel Deutschland (deutschlandweit), Unitymedia (in Hessen und NRW) und Kabel BW (in Baden-Württemberg). Aber auch viele kleine regionale Kabelanbieter sind in diesem Bereich aktiv und vermarkten ihre durchaus konkurrenzfähigen Anschlüsse.

Nicht immer kann jeder Haushalt aber vom zuständigen Kabelanbieter versorgt werden. Daher sollte vor Beauftragung unbedingt ein Verfügbarkeitscheck durchgeführt werden. Allein das ist aber auch noch kein Garant für die technische Machbarkeit eines solchen Kabelanschlusses fürs Internet und Telefonie. Lassen Sie sich daher die Machbarkeit unbedingt von einem Techniker vor Ort bestätigen, da manchmal veraltete Hausverteileranlagen dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machen.

Die kombinierten Kabelanschlüsse mit Internet und Telefon (und ggf. Fernsehen) sind preislich oft günstiger als vergleichbare herkömmliche Anschlüsse über die Telefondose (TAE). Auch die Geschwindigkeiten überragen zum Teil jene der herkömmlichen DSL-Anbieter. So sind aktuell bei Kabel BW (und Mitte 2010 auch bei Kabel Deutschland) bis 100 MBit/s möglich, und bei Unitymedia sogar bis 120 MBit/s.

Wie wichtig ist mir der Service des Anbieters?

Wer mit der Einrichtung seiner Hardware (z. B. dem WLAN-Router) wenig vertraut ist oder mit der Technik nicht so viel am Hut hat, legt evtl. besonderen Wert auf guten und kostengünstigen oder kostenlosen Service. Immer mehr Anbieter erkennen zum Glück die Situation und setzen verstärkt auf guten und kompetenten Service.

Dennoch ist z. B. die Hotline-Rufnummer nicht immer kostenlos und schlägt – je nach Anbieter – mit einigen Cent pro Minute zu Buche. Auch der Emailsupport wird immer wichtiger – hier kann man allerdings im Vorfeld nicht wirklich erkennen, wo die Qualitätsunterschiede liegen.

Bei Bedarf sollte man sich also auch vor der Bestellung eines neuen Internetanbieter-Tarifs informieren, wie die Support-Konditionen des gewünschten Anbieters sind.

Ist eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten akzeptabel für mich?

Die übliche Vertragslaufzeit bei Internetanbietern liegt bei derzeit 24 Monaten. Allerdings gibt es auch Ausnahmen: bei congstar und bei Alice gibt es gegen einen einmaligen Aufpreis zu Beginn der Laufzeit die Option, den Vertrag ohne Mindestlaufzeit abzuschließen.

Bei Unitymedia beträgt die Mindestlaufzeit aktuell für alle Tarife 12 Monate.